kam, um für zu schreiben. — Statt „je-desto setzt die Mundart
„wo“. Wo es mehr Regen gibt, wo die Saat besser gedeiht
Wo es mehr Aepfel gibt, wo sie billiger sind.
Die Mundart beginnt die Sätze gern mit „und“, weil sie
fast keine Unterordnung kennt. — Uebrigens fehlt der Mundart
ein große Zahl von Bindewörtern, die dem Hochdeutschen
geläufig sind.
XII. Wortbildung.
Das Hochdeutsche ist außerordentlich reich an Wortformen,
die sich im Laufe der Entwicklung erst aus den ursprünglichen
Formen, den Wurzeln, gebildet haben. Die Mundart hat diese
Entwicklung nur in beschränktem Maße mitgemacht, und es fehlen
ihr daher sehr viele Ausdrücke des Hochdeutschen. Namentlich ist
bei der Bildung von abstrakten Dingwörtern die Bildung von
Stammformen unterblieben, und es sind daher folgende und tausend
andere Bezeichnungen der Mundart fremd: der Fund, der Zwang,
die Güte, der Sitz, der Schwung, der Beginn, der Trieb, die Flucht.
der Flug, der Sproß u. s. w.
Die Vorsilben ant, erz, miß, un, ur, werden zur Bildung
von Dingwörtern nur vereinzelt angewandt. (Dagegen: Gedings,
Getüch, Geschwätz, Gebabbels.) Nach und nach gehen jedoch durch
die Schulen auch diese Formen in das Volk, so daß es schwer ist,
den eigentlichen Bestand an wirklich mundartlichen Formen festzu—
stellen. Zur Bildung von konkreten Dingwörtern werden „chen“
(weniger „lein“), vereinzelt auch ling, häufiger el, er, sel, in
gebraucht. Für in hört man häufig: Lügnersch, Wäschersch, Räh—
dersch. Bekannt sind auch folgende Bildungen: Gansert, Taubert,
Antert, Eichert, Gehnis Eetzteres ist eine Neubildung auf der
Scheib). Abstrakta werden auch gebildet, aber nicht häufig.
Bildungen mit nis, heit, keit, schaft, tum, sind ziemlich selten und
meistens dem Hochdeutschen entlehnt, dagegen hat sich die Endung
„erei“ eingebürgert: Singerei, Pfeiferei, Lauferei, Schlägerei.
Klopferei, Ruferei, Schreierei, Schneiderei u. a—
Zur Bildung von Zeitwörtern durch Vorsilben wendet die
Mundart be, ge, und ver an, selten oder gar nicht ent, er, zer
und miß. Die Wörter entkleiden, entgehen, entziehen, entfernen,
— erkennen, erfassen, erlassen, erblinden u. s. w. — zerreißen.