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auch in der Mehrzahl. Man spricht also: dem kranke Kind, den
alte Mann, die faule Leut, die freche Bube, die dürre Aeste, än
hohe Baum, ä dick Fra, a schö Haus, er hat ä neu Heft zerriß
und hat davor schwer Schläskritt.
Die Bildung der 2. Steigerungsstufe geschieht nicht selten
unter Zuhilfenahme des Adverbs mehr neben oder anstatt der
hochdeutschen Form. (Die untere Kirche ist mehr höher als die
obere. Der Daumen ist mehr dick als die andere Finger). Der
attributive Gebrauch dieser Stufe wird in der Mundart wohl
ganz vermieden. (Ich nahm den Stift, der wo mehr länger war).
Auch erhält die 2. Stufe oft den Umlaut nicht, den die hochdeutsche
Sprache bei vielen Adjektiven fordert. (Man hört starker für
stärker, alter für älter, dummer, großer, nasser, harter, kalter,
warmer, langer, kurzer). Bekannt ist auch, daß man in der
Mundart anstatt der 2. die 3. Stuse anwendet, wenn nur 2 Dinge
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von den zwei Kindern). Das der 3. Stufe eigene st wird wie
scht gesprochen und es entstehen dadurch oft unschöne Formen,
die man meist durch Abkürzungen abzuschwächen sucht: frischte—
frischeste, kertschte-kürzeste, spitschte-spitzeste, ältschte-älteste, leischt—
leichteste, härtschte-härteste, feschte-festeste.
VII. Tütigkeitswörter.
Im Präs. Ind. gibt die Mundart den meisten Verben in der
ersten Person die Endung en. Ich beten, singen, schreiben, lesen.
gehn, stehn, sehn, laufen.
Die 2. Person zeigt mancherlei Abweichungen vom Hoch—
deutschen. Zunächst führt die Aussprache des st-scht zu Schwierig—
keiten. Man spricht: Du huscht, (hustest), binscht, (bindest), fliescht,
(fliegest), riescht, (riechst), löscht, (löschst), mischt, (missest), mischt,
(mischst), reischt, (reißest, reißt, reichst, reist), stischt, (stichst). —
Dann aber wird die in der 2. Person oft eintretende Aenderung
des Vokals fast niemals berücksichtigt. Man sagt: Du grabscht,
(gräbst), trascht (trägst), schlascht, (shlägst), schlafscht, (schläfst),
stoscht, (stößt), laufscht, (läufst), brescht, (brichst), tretscht, ltrittst),
treffscht, (triffft), verderbscht, sterbscht, werscht, werfscht, wachscht⸗
wächst, wascht, fascht (fastess). In der 3. Person wird in der
Mundart die Biegungsendung bei Verben mit den und ken aus—
gelassen: der bind, bet, hüt, bad, lad, schneid, reit und huscht.