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IV. Rlehrzahlbildung.
1. Die Mundart wendet in der Mehrzahl zunächst bei den—
jenigen Dingwörtern eine vom Hochdeutschen verschiedene Form
an, die schon in der Einzahl erhebliche Abweichungen zeigen.
Dahin gehören fast alle Wörter, die im Hochdeutschen in der Ein—
zahl mit e enden.
Die Mundart sagt: die Tür (e), die Erd (e), der Käss(e),
die Birn (e), die Bien (e), die Lüg (e), die Dos le), der Hass(e),
die Bürst (e), die Tasch (e), die Bütt (e), die Fall (e), die Fahn
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Hos (e), das Aug (e), die Zung (e), der Löw (e), der Rab (e),
der Jung (e), die Kart (e), die Kröt (e), die Glock (e), die Säg
(e), die Rind (e), die Katz (e), eine Zeh (e), eine Flieg (e); auch
sagt man Mück, Gaß, Schul, Kirch, Weid, Bürd, Katz, Stir (ne),
Fur (che), Mul (de), Schlä(ge), Axs(t).
Die Mundart läßt in der Einzahl das e aus, in der Mehr—
zahl das n. In der Mehrzahl bildet man diese Wörter mite
und spricht: 2 Zunge, 2 Auge, 3 Hose, 4 Rose, 5 Birne. Gerade
bei diesen Wörtern muß in besonderen und gelegentlichen Uebun—
gen das Gefühl für das Hochdeutsche geweckt und gefestigt werden.
2. Auch das bei einigen Wörtern im Hochdeutschen für die
Mehrzahl gebräuchliche en wird oft in einer Weise verstümmelt,
daß die Endung nicht erkennbar ist, z. B. 4 Fraue, die Herze,
2 Uhre, 2 Ohre, 6 Grafe, die Prinze, die Mensche, die Herre, die
Fürste, die Strahle, die Dorne, die Weste, die Schmerze, die
Staate, die Untertane, die Nachbare, die Vettere, die Bette, die
Leide, die Ochse.
3. Die Wörter, die im Hochdeutschen bei der Mehrzahlbildung
ein e erhalten, bekommen es in der Mundart gewöhnlich nicht
z. B. 3 Hund (e), 2 Händ (e), 4 Wänd (e), 6 Tisch (e), 4 Bein
(e), die Bäum (e), die Leut (e), die Füß (e), die Flüsss(e), die
Aest (e), die Bänk (e), die Brief (e), 4 Brot (e), die Bärt (e),
die Fisch (e), Freund (e), Feind (e), Gäns (e), Hirsch (e), Füchs
(e), Reh (e), Höf (e), Hüt (e), Nüsse(e), Pfähl (e), Stühl (e)
Schüss (e), Stöß (e), Mäusese).