nisses Beiträge zu liefern. Besonders wird es Aufgabe jedes
Lehrers sein, den Wortschatz seines Wirkungskreises kennen zu
lernen, denn die Mundart gibt ihm ja die Mittel zur erstmaligen
Verständigung mit den Kleinen, und auch im späteren Unterricht
wirkt ein passendes dialektisches Wort zur Klärung einer Sache
oder Situation oft mehr als die weitläufigste und schönste Aus—
einandersetzung. Wer z. B. das Wort Echlucht erklärten will.
braucht dafür nur Grät zu setzen, so ist keine weitere Erklärung
nötig; so erklärt man lau durch lohlig, verhrimlichen durch ver—
duckeln, stützen durch steipen, Uarbe durch Leimzeichen, Hochebene
durch Schleet. —
2. Es ist sowohl für das verständliche Sprechen, als auch für
die Rechtschreibung von Wichtigkeit, daß die Schüler vom ersten
Schultage an die mundartlichen Mißbildungen der Laute ver—
meiden und die letzteren richtig bilden lernen. Es betrifft Vokale
und Konsonanten. Bezüglich der Vokale handelt es sich um die
Reinheit der einfachen Vokale a, o, u, i, e, dann um die richtige
Klangfarbe von ä, ö, ü und besonders noch um äu, eu, ai. Unter
den Konsonanten werden besonders der stimmhafte und stimmlose
Gaumenreibelaut, (Segen, Berg, Rechen, Licht) dann sch im In—
und Auslaut, (Fleisch, löschen) x, (Ware) b vor r und l, (Brief,
bleichj d vor r, (drücken) g vor r, len, (groß, glatt, Gnade) pf,
(Pferd) s, (lesen, so) st als Aus- und Inlaut, (Brust, husten) t im
An- und Inlaut (Tag, weiter) schlecht gebildet, dazu kommen
dann noch die vielen Verstümmelungen und Auslassungen, die
zumteil auf Bequemlichkeit zurückzuführen sind. —
3. Viele Dingwörter haben in der Mundart ein anderes Ge—
schlecht als in der Schriftsprache; auch die Mehrzahlbildung ist in
beiden vielfach verschieden. Bei der Fallbiegung fällt zunächst
auf, daß der Genitiv fast vollständig fehlt; aber auch die übrigen
Fälle der Ding- und Fürwörter zeigen erhebliche Abweichungen
vom Hochdeutschen. Das Verb hat in der Mundart eigentlich nur
zwei Zeitformen, Gegenwart und abgeschlossene Vergangenheit.
Aber auch die Personalformen dieser Zeiten stimmen mit der
Schriftsprache durchweg nicht überein. Die übrigen Wortarten
und ihre Anwendung zeigen ebenso durchgreifende Verschieden—
heiten, die namentlich darin bestehen, daß der Mundart eine große
Zahl von Formen fehlt, die der Schriftsprache geläufig sind.