Full text : Chronik von Oberbexbach u. Frankenholz

orte am meisten bedroht waren, wurden die nach Saarbrücken
hier durchziehenden Truppen, als:
4. Eskadr. des Brandenburger Dragoner Regm. Nr. 12.
2. und 3. Bataill. des Brandenburger Grenadier-Regm. Nr. 12.
1. und 2. Bataill. des Schleswig-Holstein. Inf.“„Regm. Nr. 85.
Füsilierbataillion
Stab der Kgl. preuß. 36. Inf.Brigade.
„ des hessischen 1. Reiter Regm.
2. Schwadron und Leibschwadron des hess. 1. Reiter-Regmts.
Stab der hess. 49 Inf.“Brig. und 25. Cavall.-Brigade, 1. und
2. Bat. des 2. hess. Inf.“Regm. und 1. hess. Jägerbat. 7 Comp.
des hess. Inf.Regm. (Nr. 81) und 2. Comp. des 6. westfäl.
Landw.-⸗Regm. (Nr. 55), sowie die
11. und 12. Comp. des hanseatischen Inf.“-Regm. Nr. 75 mit
Jubel begrüßt und verpflegt. Für Einquartierung, Verpflegung,
Vorspanndienste und Beschädigung durch Biwak erhielten die
Einwohner 8130 Gulden vergütet.
Als die ersten Siegesnachrichten von Saarbrücken und
Weißenburg eintrafen und die Kunde von dem siegreichen Vor—
dringen der Unsrigen sich verbreitete, atmete alles erleichtert
wieder auf. Mit Jubel wurden auch hier die Siegesnachrichten
empfangen. Während in Frankreich, bei Metz, Sedan, Paris,
Orleans ꝛc. der Krieg weiter tobte, ging bei uns wieder alles
im alten Geleise. Alles Leid, alle Sorgen waren vergessen als
die Botschaft von der Wiedererrichtung des deutschen Reiches,
der Kaiserproklamation in Versailles und dem bevorstehenden
Friedensschlusse eintraf.
Außer der Familie Pirrung von Hochwiesmühle, deren
Sohn Johann, Soldat beim 15. Inf.-Regm. bei Sedan den
Tod fürs Vaterland starb, war den übrigen Bewohnern das
gewiß seltene Glück beschieden, ihre Angehörigen — 61 an der
Zahl — deren Namen im Anhange verzeichnet sind, wieder ge—
sund begrüßen zu dürfen.
Erst mit Eröffnung der Grube Frankenholz, 1879480,
wurde unsere Gemeinde steuerkräftig, d. h. leistungsfähig; die
Umlagenlast wurde auf stärkere Schultern geladen.
Infolge des großen Steuersolls der Grube Frankenholz konnte
der Prozentsatz der Gemeindegelder (Umlagen) bedeutend verringert
werden, ohne den Gemeindehaushalt dadurch zu schädigen, ja es
wurde der Gemeindeverwaltung erst ermöglicht, gemeinnützige
Einrichtungen zu treffen, ohne den einzelnen Bürger damit allzu
sehr zu belasten d. h. den Geldbeutel desselben zu stark in
Anspruch nehmen. Wenn auch die Bevölkerung wuchs, 1865

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