Full text : Chronik von Oberbexbach u. Frankenholz

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Fürst Sudwig
von 17608 1793.

Trotz der fürstlichen Fürsorge seufzte das arme Volk immer
noch unter der Last drückender Fronden, Steuern, Zehnten,
Jage und Wildschaden, Leibeigenschaft, Verbot der Freizügigkeit
(Auswanderer verloren ihr Bermögen). Auch Fürst Ludwig
(1768 - 1793) suchte durch wohltätige Einrichtungen das Reform—
werk seines Vorgängers zu vollenden.
1783 mußte für Oberberxbach eine Feuerspritze beschafft
werden; zur Bestreitung der Unkosten wurde der Gemeinde
hiezu das Holländerholz“) aus der Gemeindewaldung überlassen.
Feuerwehren wurden errichtet; Strohdächer verboten; Straßen
und Wege (z3. B. von Wellesweiler nach Berbach) angelegt;
Bergbau gefördert; (Wellesweiler förderte z. B. in 4 Stollen
mit einer Belegschaft von 32 Mann täglich oft für 100 Gulden
Kohlen) ꝛc.

Aber all' diese landesväterlichen Zuwendungen ließen die
Klagen über Fronden, Zehnten, Wildschaden ꝛc. nicht verstummen.
Ackerbau und Biehzucht waren fast die einzigen Erwerbsquellen
der hiesigen Bewohner. Von dem Ertrage ihrer Felder mußten
sie nicht nur ihre Bedürfnisse befriedigen, sondern auch noch
Steuern und Abgaben bezahlen und doch brachte der arme hung—
rige Sandboden nur kärgliche Ernten. Die Viehzucht konnte
auch nur im geringen Umfange (im Kleinen) betrieben werden,
da es an Futter mangelte; denn die besten Wiesen waren immer
noch gnädigster Herrschaft, auch nahmen die ausgedehnten herr—
schaftlichen Fischweiher (ob. u. unt. Forellenweiher in der Feihel—
bach) einen großen Teil der Täler weg. In Wald und Feld
wurde das Wild gehegt, das auf den Feldern nicht geringen
Schaden verursachte. Um das wenige Vieh durchzubringen,
wurde es vom Frühjahr bis in den Herbst auf die Weide ge—

*) Stämme, die nach Holland verkauft wurden zu Schiffbauten,
allgem. Bezeichnung für das beste Nutzholz.
            
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