Full text : Chronik von Oberbexbach u. Frankenholz

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Der Schaden, den die Soldateska angerichtet hatte, be—
trug in den Grafschaften Ottweiler, Saarbrücken und Saarwerden
nach der Schätzung im Jahre 1626 an Geld 250000 fl., an
Früchten 79000 Quart; 2500 Pferde, 3000 Stück Rindvieh,
3500 Schafe und Geisen und 9000 Schweine. Heu, Stroh und
verwüstetes Land nicht gerechnet. 200 Häuser waren einge—
äschert.

Am schlimmsten erging es aber in den Jahren 1635 1688.
Die Kaiserlichen hatten abermals unsere Gegend besetzt. Die
Fürsten von Zweibrücken und Saarbrücken flüchteten unterm
23. Juni 1635 nach Metz. Gallas Truppen hausten aufs
schrecklichste. Die Spanier, in der Hoffnung, das Land behalten
zu dürfen, richteten sich allerorten häuslich ein und es besteht
gegründeter Verdacht, daß Kaiser Ferdinand 2. den Spaniern
und Niederländern, um sie zum Kriegsdienste williger zu machen,
Versprechungen in dieser Hinsicht gemacht hat. Sie geberdeten
sich als die Herren des Landes; was sich nicht fügte, wurde
niedergemacht oder vertrieben. Man schonte weder Geschlecht
noch Alter. Rentamtmann Klicker-Saarbrücken schreibt hierüber
unterm 7. Dezember 1635. Ottweiler mehrenteils abgebrannt:
die Ortschaften zu diesem Amt bis auf 5 VDörfer, letztere fast
ohne Untertanen, abgebrannt; im ganzen Amte keine Früchte
noch Fütterung; Erxweiler, Schiffweiler, Stennweiler, Ments—
weiler, Wemmetsweiler, Herzweiler, Neumünster und Steinbach
ganz verbrannt: in Diemeringen standen noch etliche Häuser;
Fürt hatte noch 2 Untertanen; in Dörrenbach waren noch zwei
kleine Mädchen; Welschbach ganz zerstört; Wiebelskirchen hatte
noch 4 Untertanen; Neunkirchen mehr als halb verbrannt —
noch 4 Untertanen; Wellesweiler fast ganz ausgestorben und
teils verbrannt. (Oberbexbach gehörte zum Amte Ottweiler.)
Auch in Berbach hausten die Spanier; im Juni 1635 wurden
die Bewohner von Oberbexbach von Haus und Hof vertrieben;
doch schon im August ward ihnen Hilfe; die Schweden verjagten
die Kaiserlichen und nun konnten die Lebenden wieder in ihr
altes Heim zurückkehren. Die Gewannennamen „Toter Krieger
und Preuß“ deuten an, daß in nächster Nähe Gefechte statt
hatten. Wie sehr die Gegend unter diesem Kriege litt, ersieht
man daraus, daß in Limbach nur noch 9 Familien übrig waren
und in Höchen, vordem stark und mit Leuten wohl besetzt ge—
wesen, einen großen Korn- und Haberschaft zur Schaffnerey
Wörschweiler und zum Haus Kirkel schuldig gewesen, nur drei
Familien übrig geblieben, die so verkommen waren, daß sie nicht
das geringste gesäubert, daß auch die Hecken und Büsche ihnen
an die Türen gewachsen, daß schier keines Ausgang gehabt, aus
            
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