Full text : Chronik von Oberbexbach u. Frankenholz

den alles bezwingenden Römern, die auch in unsere Gegend
vordrangen vertrieben. In Jägersburg, früher Hattweiler *)
(Chattweiler) sollen die Römer zum Schutze gegen die immer
wiederkehrenden Mediomatriker eine Burg erbaut haben. Eine
Römerstraße führte von Ratsweiler a. Glan über Pfeffelbach,
Langenbach-Breitenbach nach Jägersburg-Homburg, desgleichen
eine von Kaiserslautern über Homburg nach Saarbrücken-Metz
— und — da am Süßhügel (Süßhüwwel) (neben der Neun—
kircherstraße, wo die Luftbahn über den Weg geht) vor einigen
Jahren eine Grabkammer gefunden wurde, ist mit Sicherheit
anzunehmen, daß unsere wasserreichen Täler mit ihren fischreichen
Bächen und Weihern und unsere dichten Waldungen, die Wild
aller Art bargen, vornehme Römer anlockten, sich hier nieder—
zulassen.

Auch der, auf dem Gipfel des Steinberges stehende, bezw.
einst gestandene „Steinerne Mann“ um den so mancher, der
noch jetzt lebenden Bevölkerung beim Holzsuchen herumgeturnt,
ohne eine Ahnung von seiner Bedeutung zu haben, ist ein
deutlicher, glaubwürdiger Zeuge der Römerherrschaft in unserer
Gegend. Die Römer pflegten nämlich an ihren Straßen Götzen—
bilder, (Kantige Steinsäulen, in welche Figuren eingehauen
waren) als Schutzgötter aufzustellen. Wegegötter nannten sie
dieselben und mancher Wanderer mag andächtig auf dem Tritt
vor dem Bilde gekniet und um Schutz gefleht haben. Der
Germane schaute scheu nach dem Steine. Anzurühren getraute
er ihn nicht. Die Häuser der Römer riß er nieder — aber
dies Bild ließ er stehen. Ja, er nannte es nach Jahrhunderten
noch der „Steinerne Mann“. Am nördlichen Ausgange der
Tiefenbach, hinter dem Eckersberge hat man vor einigen Jahren
Mauerreste (Fundamente) ausgegraben, sowie ein mehrere Meter
langes Bleirohr, jedenfalls von einer Wasserleitung herrührend.
Der Fundort heißt heute noch Giesweiler (südlich dem Gießer—
feld.) Leider sind diese Funde, Zeugen aus grauer Vorzeit,
mangels Unkenntnis ihres Wertes verschleudert worden. Die
Grabkammer ist verschüttet, die irdenen Gefäße (Urnen) sind
zerschlagen, der Steinerne Mann teilweise zertrümmert, ein
Bruchteil desselben findet sich unter Inventar Nr. 1612 im Kgl.
Kreis-⸗Museum zu Speyer.
Dr. Grünewald schreibt hierüber in den Mitteilungen des
histor. Vereins für die Pfalz, Band 23, S. 259:
Im Walde, westlich von Frankenholz, hart neben dem
Grenzsteine 176, in der Schneise, welche von der „runden Eiche“
*) In der Silbe „Hatt“ steckt ein alter Personennamen; Hatto —
Hado — ist Abkürzung von Hadubrand, — Haduwulf. —
            
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