wurde. Die evangelischen Schulen Neunkirchens wurden in 5 Rektorate ein—
geteilt, wobei unter das Rektorat der Viktoriastraße auch die Schule auf
der Schlawerie, die durch die Hüttenkolonie der Saarbrückerstraße und Um—
gebung sich als notwendig erwies, unterstellt. Die Schulen der jetzt einge—
zliederten Orte Sinnerthal und Wellesweiler unterstanden Hauptlehrern;
denn die erstere war bis 1899 einklassig, wurde dann zweitlassig und 1908
dreiklassig; die letztere bestand 1886 aus 4, bis 1892 aus 5, bis 1911 aus 6
und seit dieser Zeit aus 7 Klassen.
Diese unterstanden wieder den Kreisschulinspektoren; die amtliche
Schulaufsicht wurde ausgeübt von den Ortsschulinspektoren. Diese waren
für Neunkirchen, Oberort, der Pfarrer der oberen Kirche, im Unterort,
Schlawerie und Sinnerthal der Pfarrer der unteren Kirche. In Welles⸗
weiler der Pfarrer daselbst. Diese Aufsicht war eine nebenamtliche. Die
Kreisschulaufsicht wurde ebenfalls von Geistlichen nebenamtlich ausgeübt.
Dies waren einmal die Pfarrer in Elversberg (Pieper und Hermann), dann
Pfarrer Vogel zu Neunkirchen. Um 1910 wurde die nebenamtliche Kreis—
schulinspektion in eine hauptamtliche verwandelt. Sie hatte ihren Sitz in
St. Wendel, während Wellesweiler dem Seminardirektor zu Ottweiler un⸗
terstellt wurde. Diese Kreisschulinspektionen unterstanden der Regierung
zu Trier.
Durch die Schaffung des Saargebietes trat eine Aenderung ein; zu—
nächst im Sitz der Regierung, die nach Saarbrücken verlegt wurde. Dann
aber auch durch die notwendige Neueinteilung der Inspektionen. So wurde
jetzt Neunkirchen Sitz eines Schulamtes. Auch die Neuordnung der Schul—
leitung in den Systemen wurde durchgeführt. Jetzt wird die Leitung eines
Rektorates nicht mehr von einem Ablegen einer Prüfung abhängig gemacht.
Er wird heute durch Kollegium, Gemeinde und besondere Wahlkommission
gewählt, er ist nicht mehr Vorgesetzter des Kollegiums, sondern nur der
Leiter. Selbstverantwortung und Selbsttätigkeit ist auch hier zur Grund—
lage gemacht.
Diese Entwicklung hatte durch den Krieg und Nachkriegszeit viele
Hemmungen erfahren. Diese bezogen sich einmal auf die äußeren Schulver—⸗
hältnisse. Das Bachschulhaus mußte als Kaserne freigegeben werden, die
darin befindlichen Klassen wurden im Viktoria- und Falkensteinsystem un—
tergebracht. Durch den Rückzug und die fremde Besatzung wurde auch die
Viktoriaschule auf die Straße gesetzt. Nur mit der größten Mühe konnte in
dieser Zeit überhaupt in diesen Systemen der Unterricht durchgeführt wer—⸗
den. Infolge der Armut der Gemeinde konnte für die sich ungestüm ent—
wickelnde Fortbildungsschule kein neues Gebäude beschafft werden. Sie ver⸗
langte deshalb Säle der Volksschule zu dauerndem Besitz. Auch das Lyzeum
stellie entsprechende Anträge. Erst nach der Freigabe der Bachschule durch
die Besatzung konnten die Systemen wieder in ihr altes Heim (5. Nov. 1923)
rinziehen und die Wünsche der anderen Schulen, allerdings unter Einschrän⸗
kung der Volksschule, weitgehendst berücksichtigt werden. Da die Lehrer ein⸗
gezogen waren und die Kinder allenthalben während des Krieges in erster
Linie vaterländische Arbeit zu verrichten hatten, so ging die Höhe der Schule
durch Laubsammeln und dergl. bedeutend, sowohl in intellektueller als auch
ethischer Hinsicht, zurück. WV
Nicht zum mindesten muß aber die körperliche Schwächung durch die vun⸗
gerzeit erwähnt werden. Die größte Aufgabe der Gemeinde war, die kör⸗