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VI.
Die anderen Schulen für die münnliche
fugend Neunkirchens.
Die Entwicklung der ev, Polksschule zu Neunkirchen.
Von Stadtschulrat E. Steeg
Da Neunkirchen vor ungefähr 50 Jahren noch ein Dorf war, dessen
Pittelpunkt der Oberort bedeutete, so war es selbstverständlich, daß dort
auch die älteste Schule zu finden war. Es ist die Schloßschule. Nach dem
Ringen von 1870-71 nahm der Ort einen raschen Aufschwung. Nach allen
Seiten hin wurden neue Häuser und neue Straßen angelegt, sodaß neue Häu—
serviertel entstanden, die auch die Errichtung neuer Schulen innerhalb dieser
Ortsteile im Gefolge hatten. So kommt es, daß die Erbauung der einzelnen
Schulhäuser einen Ueberblick über die Geschiche der Siedlung des Ortes gibt.
Nachdem die Kinderzahl der Schloßschule zu stark geworden war, wurde
1867 eine neue Klasse im Unterort gegründet, die zuerst in einer Wirtschaft
in der Königstraße untergebracht wurde, dann aber, als der Schulhausneubau
in der Viktoriastraße 1868 beendet war, siedelte sie mit einer katholischen
Klasse dort hin über. Der Bau bestand aus dem ersten Teil, der zum Markt—
platze hin liegt. Später wurde ein zweiter Bau notwendig. Dieses war
der Teil, in dem heute die gewerbliche Fortbildungsschule sich befindet. End—
lich wurde eine Erweiterung durch die Verbindung der beiden. durch den
VYtittelbau, noch herbeigeführt.
Im Jahre 1881 wurde die erste Hälfte des Schulhauses an der Fried—
hosstraße eingeweiht. Die zweite Hälfte wurde schon 1890. kaum 9 Jahre
päter. notwendig.
Eine Bevölkerungszunahme der Wellesweilerstraße und Umgebung
machte die Neugründung einer evangelischen Klasse für die Kinder links der
Blies notwendig. Es wurde 1884 diese neue Schule im „Doktorhaus“ früher
Hotel zur Post, 1887 im neuerbauten Schulhaus Wellesweilerstraße unter—
gebracht. 1906 zog sie als 10-Klassen-System in das neuerbaute Bachschul—
huus ein.
In der Zeit von 1890—1900 entstand die Erweiterung des Ortes in
der Umgebung des Langenstriches, das hatte zur Folge, daß dort die evan—
gelische Schule in der Falkensteinstraße gebaut wurde. Auch die Schule in
der Friedhofstraße genügte den Anforderungen nicht mehr, es wurde deshalb
das Schulhaus in der Friedrichstraße gebaut und mit 8 Klassen bezogen.
So waren die kleinen Schulen des Ortes bestehend aus 6 Klassen in einem
Zeitraum von etwa 50 Jahren auf 60 gestiegen.
Mit der äußeren Ausdehnung der Schulen ging auch ihre innere
Ausgestaltung Hand in Hand. Die Grundlage der ältesten Schulen bildeten
die Regulativen vom 1. Oktober 1854, die eine Regelung des Unterrich—
tes für 20 Jahre beherrschte. Das Hauptgewicht lag auf Religion, Lesen,
Rechnen, Gesang. Die Fächer, die gerade in der Industrie eine Hauptrolle