Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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wislige“, 13. Gedächtnisansprache: Dr. Ehlen, 14. Gesang: „Ich' hatt' einen
Kameraden“. —
Auch die Trauerfeier für den verstorbenen ersten Reichsprä—
sidenten Ebert am 5. März 1925 zeigte, wie die Schule Zeiterleben
und Weihestunden in engste Verbindung zu bringen und unparteiisch des
Volkes und Reiches Schicksale mitempfindet. Studienprofessor Sulzbacher
hielt die Gedächtnisrede; auch sie war von Wort und Ton umrankt und be—
tonte den Werdegang eines Mann aus eigener Kraft. —
Zu ernster Stimmung mahnten auch die entsetzlichen Unglücksfälle, welche
sich in den letzten Monaten auf Grube, Hütte und Bahn in erschreckender
Häufigkeit ereigneten. So trug denn die letzte Jahresschlußfeier
vom 7. April den berechtigten Grundgedanken: „Bergmanns
Schaffen und Schicksal“ Die Vortragsfolge lautete: 1. Gesang: „Glück
auf!“ (Volksweise aus dem Siebengebirge). 2. Gedichte: a) Joh. Hch. Braach:
„Land der Arbeit“, b) Heinz Moergenbrodt: „Der Bergmann“. c) Ech.
Lersch: „Ausfahrt der Bergleute“. 3. Gesang: „Bergmannslied“ (nach einer
alten Weise für gemischten Chor, bearb. von M. Hoos). 4. Prosavorträge
a) „Das Schatzlicht und der Bergmann“ (Sage aus dem Saarlande, von
einem Sextaner frei bearbeitet und erzählt). p) Paul Grabein: „An der
Fördermaschine“. 5. Gedichte a) Jos. Winkler: Drei Industrie-Sonette, b)
Jul. Hölling: „Bergwerk bei Nacht“, c) Gerrit Engelke: „Der Tod im
Schacht“. Der Abiturient Fritz Koch hielt als Ergänzung zum Leitgedanken
eine schlichte Ansprache über die Bedeutung der geistigen Arbeit. —
Eine reiche Folge von wohl abgerundeten Feierstunden und einer der vie—
len Beweise dafür daß man unserer Anstalt wirklich nicht vorwerfen kann,
sie stehe dem Leben fremd gegenüber. Wenn im Saargebiet irgendeine
Schule versucht hat, den Pulsschlag des Lebens zu belauschen und alles Le—
bensechte was von Bildungswerten erfüllt ist, zu berücksichtigen, so ist es sicher
das Realgymnasium zu Neunkirchen gewesen. Das kann man ohne Ueber—
treibung behaupten, und kein unparteiischer Beobachter des Schullebens kann
es bestreiten. Lebenswerte ausdrucksvoll zu gestalten und dadurch Höchstlei—
stungen hervorzubringen, ist ja der Sinn der Pflege von Vortrags- und
Bühnenkunst auf der höheren Schule.
Auf diesem Wege weiter fortzuschreiten und ihn weiter auszubauen,
lohnt sich wahrhaftig. Mögen sich bei Schülern und Lehrern immer mehr
Mitwanderer und Mitarbeiter finden! Die Anzeichen für eine günustige
Weiterentwicklung sind gegeben. Quod Dens hene vortat!

Die Pflege der Leibesübungen.
Von Studienrat Hugo Plat.
Die ersten 50 Jahre unserer Anstalt fallen größtenteils noch in die Zeit,
in der die Leibesübungen an unseren deutschen Schulen praktisch durchaus
Nebensache waren. Es ist darum auch wohl nicht unnatürlich, wenn die
Schulchronik darüber so wenig zu berichten hat.
Ueber die ersten 20 Jahre ist gar nichts gesagt. Die Schule war ohne
Turnhalle und benutzte in den Wintern 1896/97 und 1897/98 einen beim
Wirte Leiner gemieteten Saal. Vom November 1898 ab konnte der Turn—
unterricht in der heutigen Turnhalle stattfinden.
Bei festlichen Gelegenheiten fanden Schauturnen und Wettkämpfe aller
            
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