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Gerade von diesen Sitzungen ist mancher Schüler wesentlich bereichert und
und gefördert heimgegangen, und das haben mir frühere Schüler oft gerne be—
zeugt. In ihnen steckt eigentlich der höchste Wert für Persönlichkeit und Le—
hen, nicht in den Aufführungen.
Unsere auf guter und gesicherter Grundlage stehende Th.-V. besitzt seit
einigen Jahren sogar eine eigene Büchersammlung, die ständig ver—
mehrt wird. Einen Teil der Ueberschüsse haben wir hierzu verwendet. Die
Bücherei besteht aus Spielterten, Balladenbüchern (einer Reihe Exemplare
des von der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung herausgegebenen Balla—
denbuches neuerer Dichter), Uebungsbüchern zur Vortragskunst, Schriften
über Theaterwesen, neueren Dramen, u. a. Sie wird viel benutzt und tut
uns gute Dienste. —
Zusammenfassend möchte ich über die „Theatervereinigung des Real—
gymnasiums zu Neunkirchen“ mit Stolz betonen: sie sucht im Saargebiet und
noch weit darüber hinaus ihresgleichen, was den planmäßigen Aufbau und
Ausbau betrifft. Bei der wachsenden Teilnahme scheint ihr ein weiteres Ge—
deihen bestimmt zu sein.
Die Pflege der Vortrags- und Bühnenkunst im übrigen.
Was die Th.-V. will und leistet, kommt der Schule unmittelbar und
mitielbar zugute. Aber sie ist doch nur eine Einzelgruppe im Schulverband, und
ihre Ziele sind im letzten Grunde Ziele der Gesamtheit. Und tatsächlich ist
sie auch nur die Kerntruppe des großes Heeres. Dies selbst geht langsam,
aber planmäßig vor und exerziert im Sprachunterricht seine Rekruten. Ab
und zu versammeln sich alle in der Aula und hören einen berufsmäßig aus—
gebildeten VBortragskünstler Balladen, Szenen, heitere Gedichte spre—
hen oder besser: sie sehen, wie er sie gestaltet und anschaulich macht. Eine
rechte Feierstunde entsteht so, und solche Gelegenheiten künstlerischen Erle—
hens müssen unseren Schülern immer wieder zwischendurch geboten werden.
Freilich muß die Schule an Künstler, die ihren Schülern etwas bieten wollen,
hesondere Ansprüche stellen. Und dabei haben wir fast immer die Erfahrung
gemacht, daß die Künstler diesen Ansprüchen nicht gerecht werden konnten
oder ernstlich wollten. Die Schule selbst muß immer wieder ihren Anspruch
erheben, ohne daß sie deshalb von solchen Veranstaltungen ganz absehen
dürfte. Es handelt sich nun hierbei um folgendes. Zunächst muß der
Künstler seine Vortragsfolge dem geistigen Standpunkte seiner Zuhörer an—
passen, und zwar dem Verständnis der untersten Klasse unter diesen. Wenn
es sich technisch machen läßt, wird man ihn vor verschiedenen Gruppen beson—
ders sprechen lassen. Zweitens muß die Vortragsfolge entweder so zeitig be—
kanntgegeben werden, daß unsere Schüler darauf vorbereitet werden kön—
nen, oder der Künstler selbst muß durch passende Vorbemerkungen den Weg
zum Verständnisse ebnen. Drittens muß er sich mit der Schallwirkung des
Vortragsraumes vorher vertraut machen und so langsam. artikuliert und laut
sprechen, daß ihm der Schüler folgen kann
Der Festausschuß des Lehrerkollegiums hat in diesem Sinne für
künftige Rezitationsstunden Richtlinien aufgestellt. Denn auch hierin wird
an unserer Anstalt planmäßig gearbeitet. Seit mehreren Jahren wählt das
Kollegium jährlich im Oktober einen Festausschuß von drei oder vier Her⸗
ren, zu dessen Obliegenheiten alle Schulfeiern und künstlerischen Veranstal⸗