Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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stückeBruder Lustig“ und „Gevatter Tod', beide in der geschmack—
dollen Bearbeitung von Max Gümbel-Seiling. Beide Stücke machten einen
tiefen Eindruck auf die jugendlichen Gemüter. Die Ausstattung, genau so
sorgfältig wie bei den Spielen der Aelteren Gruppe, trug wesentlich dazu
dei.

Das nächste Jahr brachte mit ähnlich glänzendem äußeren und inneren
Erfolge ein ernstes Spiel „nlung Helmbrecht“ (bearbeitet von Heinrich
Lindau) und ein heiteres Märchen „Das tapfere Schneiderlein“
(von Gümbel-Seiling). Auch diese Nachmittagsvorstellung (13. Oktober
1923) gelang sehr gut; einige Spieler hatten im vorigen Jahre schon mitge—
wirkt, und das war ihrem Sprechen oder ihrer Spielergewandtheit anzumer—⸗
ken. Die Aula war wieder derartig besetzt, daß die Kinder vielfach bis vor
die Bühnenrampe auf dem Podium hockten. Der niedrige Eintrittsentgelt
ermöglichte allen den Besuch, und gerade die Spiele der Jugendgruppe tra—
gen dazu bei, für den weiteren Ausbau der Schulbühne Mittel zu erwerben.
Im Jahre 1924 brachten wir die Märchendramen „Der treue Jo—
hannes“ und „Ras Glückskind“ (nach dem Märchen „Der Teufel mit
den goldenen Haaren“), beide bearbeitet von M. Gümbel-Seiling. Am 2.
Dezember spielten wir zum Besten des Roten Kreuzes im hiesigen Evangeli—
schen Gemeindehause und am 4. Dezember in der Aula für unsere Schüler
und Schülerinnen. Die Mitglieder des Landesfrauenvereins vom Roten
Kreuz waren äußerst befriedigt, und die Schülerschar drängte sich derart
herzu, daß wir wohl in diesem Jahre mehrmals spielen müssen, um für alle
bequemen Raum bieten zu können. Ein äußerer Beweis dafür, daß gerade
mit solchen Spielen einem dringenden Wunsche und der jugendlichen Seele
besonders gedient ist. Neben der höheren Volksbildungsarbeit seitens der
Aelteren Gruppe wird hier von der Jugendgruppe für die kindliche Gemüts—
und Charakterbildung gewirkt. Denn alle Stücke, im Unterricht entsprechend
ausgewertet, enthalten zugleich meist unaufdringlich gebotene sittliche Mah—
nungen und Beispiele. Für „Gevatter Tod“, „Jung Helmbrecht“ und den
„treuen Johannes“ leuchtet das unmittelbar ein, für die heiteren Stücke bei
genauerem Betrachten. Auch in diesem Jahre wird die Jugendgruppe schöne
Spiele bieten. Näheres darüber wird noch nicht verraten.
Aus dem Vereinsleben der Theatervpereinigung.
Von den äußeren Beweisen der Tätigkeit unserer Schülervereinigung
haben wir oben gesprochen. Nun besteht aber der Wert erzieherischer und un—
lerrichtender Arbeit nicht in öffentlichen Musterleistungen; sie bilden nur
den Änsporn und legen nach außen Zeugnis ab. Daher hat der Leiter der
Th.-V. sogleich zu Beginn des ersten eigentlichen Vereinsjahres (Schuljahr
1920) und von da ab immer planmäßiger auf ein reges Innenleben und
stetes Ueben in der Vereinigung gehalten. In Satzungen und Ar⸗
beitsordnung schufen Schüler und Lehrer gemeinschaftlich eine feste selbst—
gewollte Bindung: ihre heute gültige Form stammt aus dem Jahre 1923.
Einige Sätze hieraus seien angeführt, damit das Wesen der Vereinigung
deutlicher erkannt werde. S2 der Satzungen lautet: „Der Verein will
die Schüler durch Vortrags- und Leseübungen und durch Einführung in die
Kunst der Darstellung auf der Bühne zu einem besseren Verstehen und rechten
Erleben der besten dramatischen Werke des Schrifttums unserer Vergangen⸗
heit und Gegenwart führen.“ Man ersieht hieraus den gesamten Bil⸗
            
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