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Bühne im Saalbau. Leider ist unsere Bühne sehr eng, woran die Raum—
verhältnisse in der Aula schuld sind. Bei einem späteren Neubau der Schule
möge eine einsichtige Stadtväterschaft auch unsere Wünsche berücksichtigen;
Immerhin sind wir schon jetzt nicht mehr auf stillose Bühnen in der Oeffent—
lichleit angewiesen: in unserer Schulgemeinde (Eltern und Freunde der
Jugend bilden sie mit der Schülerschaft) können wir gewissermaßen
da heim sprechen und spielen. So bildete sich eine Art enger Zusammen—⸗
gehörigkeit heraus. Mit der Schulbühne sucht unsere Anstalt
im Saargebiet ihresgleichen. Freilich verdanken wir einen
großen Teil der Mittel reichen Spenden aus der Bürgerschaft. Unser herz—
licher Dank und ein eifriges Bemühen, ihr Vertrauen zu rechtfertigen, sei
ihr gewiß! Das übrige ergaben die Ueberschüsse aus unseren Einnahmen,
die durchweg günstig waren und dem weiteren Ausbau der Schulbühne dien—
len und noch dienen. —
Der 3. Kunstabend (146. 12. 1822) wandte sich gesellschaft—
lbichen Fragen zu. Abgesehen von musikalischen Einzelvorträgen, bei
denen auch der Gymnasial-Musiklehrer Hoos mitwirkte, wurden dargeboten:
„Sarastro“, Dialog von Franz Werfel — Goethes „Faust“ II, 5: „Offene
Hegend“, „Palast“, „Tiefe Nacht“ — Björnson: „Der König“ J, 1 — Lersch:
„Mensch in Eisen“, „Weiter“ — Sternheim: „Der Kandidat“, Schlußmono⸗
log (Meisterleistung des Primaners Heinz Ries) — Schmidtbonn: „Der Ge—
schlagene“ (Anfang des 1. Aktes) — Stefan George: „Einem jungen Führer
im Weltkriege“ — Karl Seelig: „Der Tag bricht an.“ Die Ueberschüsse wur—
den der städtischen Altershilfe überwiesen. —
„Künstlers Schicksal und Schaffen“ bildete den Leitgedan—
ten des 4. Kunstabends (3. 3. 1923). Unter anderen Vorträgen wurde
diesmal auch einer in Prosa dargeboten: E. T. A. Hoffmanns Novelle „Rit—
ter Gluck“, von einem Oberprimaner vorgelesen. —
Da inzwischen wieder eine spielstarke Schar unter den älteren Schü—
lern beisammen war, konunte ein größeres Drama eingeübt werden. Am
17. Oktober 1923 spielten wir Grillparzers dramatisches Märchen „Der
Traum, ein Leben“ (— 5. Kunstabend). Frl. Elisabeth Lossen
als Mirza, Frl. Maria Lossen als Gülnare, Heinz Ries als Rustan boten
sehr eindrucksvolle Leistungen. Den schwierigen Zauga übernahm der Spiel—
leiter selbst. Als technischer Leiter überraschte Prof. Dr. Trösken mit stim—
mungsreichen Bühnenbildern. —
Der Erinnerung des Geburtstages des Dichters Friedr. Gottlieb
Klopstock (2. Juli 1724) war der 6 Kunstabend am 5. 7. 1924 ge⸗
widmet. Ich setze diesmal die ganze Vortragsfolge hierher, weil sie vielleicht
lehrreich ist als Beispiel für einen rein literarischen Abend:
1. Teil:
Chromatische Fantasie und Fuge von Bach.
Gedächtnisrede (Studienrat Dr. Ehlen, der auch zum „Traum, ein Le—
ben“, eine feinsinnige Einführung gegeben hatte.)
Aus Dichtung und Wahrheit“ von Goethe (Ende des 2. Buches; Ober⸗
primaner Erich Rauner als guter Vorleser).
„Stunden der Weihe“ von Klopstock. — Verse aus Klopstocks
„Messias“ (Dr. Broecker).
Sonate G-Moll für Violine und Klavier von Händel.
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