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Mitarbeit der Damen hat das ganze Werk der Th.-V. gehoben. Die reifen
Leistungen der Partnerinnen waren vielen Schülern ein guter Ausporn.
Und herzlicher Dank sei an dieser Stelle allen Damen gesagt, die mitgespielt
und mitgeübt haben. Sie gehören zum Teil als außerordentliche Mitglieder
unserer Vereinigung an. Umgekehrt sind auch sie durch die Arbeit in der
Th.V. gefördert worden.
Der vielseitige Oberprimaner Karl Lossen löste als technischer Leiter
gerade im „Fallissement“ die schwersten Aufgaben und bewies. was Schüler
selbsttätig leisten können. —
Am 10. Dezember wurde der „Erbförster“ zum Besten der Ortsarmen
wiederholt: die Rollen lagen teilweise in anderen Händen. Was pädago—
gisch eine Wiederholung bedeutet, zeigte sich auch hier: die äußeren Uneben—
heiten des ersten Spieles waren fast ganz ausgeglichen. —
Um einen Grundstück für die immer dringlicher gewünschte Schulbühne
zu gewinnen und aus Mangel an genügend zahlreichen Spielkräften, ver⸗
anstaltete die Th.-V. in den nächsten anderthalb Jahren sog. „Kunstabende“,
bei denen Gedichvorträge, Szenen, kleine Dramen und Mu—
sikstücke unter einheitlichem Leitgedanken dargeboten wurden. Da die Un—⸗
kosten gering waren, boten diese Abende den Vorteil einer guten Einnahme.
Auch wurde auf diese Weise wieder der Musikpflege gedient. Unsere Aula
bot zudem einen würdigeren und zutraulicheren Raum für Schulgemeinde
und Elternschaft.
Der erste Kunstabend fand am 4. März 10922 statt und beleuchtete
als Leitgedanken: „Sein oder Nichtsein“. Die Vortragsfolge lautete:
1. Einführende Worte, 2. Monolog aus „Hamlet“, 3. Faust-Fantasie von
Stiasny, 4. Nachtszene aus Goethes „Faust“, 5. Fausts letzte Stunde (aus
dem 2. Teil der Dichtung), 6. Andante aus der 5. Symphonie von Beethoven,
7. „Ballade des äußeren Lebens“ von Hofmannsthal, 8. „Aases Tod“ von
Grieg, 9. „Der Tor und der Tod“, Drama von Hofmannsthal, 10. Andante
cantabile aus der J. Symphonie C-Dur von Beethoven, 11. „An das Leben“,
Rhapsodie von Wilhelm Schmidtbonn. Der Obersekundaner Heinz Ries bot
als Edelmann Claudio in „Der Tor und der Tod“ eine sehr reife Leistung.
Den Faust spielte der Leiter selbst. —
Schon am 26. Juli konnte der 2. Kunstabend stattfinden: er war
dem klassischen Humanitäts- und Duldungsideal“ gewidmet. Aus
der Vortragsfolge seien genannt: Prolog zu „Wallenstein“ (Hinweis auf
die neue Bühne!), „Wallensteins Tod“ J, 457, „Nathan der Weise“ III,
5—7, „Don Carlos III, 12 (Oberprimaner Heinz Becker als begeisterter
Marquis Posa), „Iphigenie auf Tauris“ IV, (Frl. Rath. Neu). —
Inzwischen hatte nach dem Abgang des Oberprimaners Josef Trier ein
Lehrer die technische und wirtschaftliche Leitung des Vereins übernommen,
denn nun waren Aufgaben zu lösen, die eines Schülers Kräfte überstiegen.
Prof. Dr. Trösken tat mit Eifer und Geschick die entscheidenden Schritte zur
Schaffung unserer Haus- Und Schulbühne. Im Mai des Jahres 1922
wurde ein erhöhtes Podium beschafft, das ebenso wie der gesamte Bühnen—
aufbau abschlagbar ist. An Vorhängen in geschmackvollen Farben, sowie an
Beleuchtungskörpern, Versatzstücken u.a. hat der unermüdliche technische Lei—
ter immer mehr besorgt: mancher schwierige Versuch kann jetzt auf unserer
Schulbühne mit eigenen Mitteln gelöst werden. Natürlich handelt es sich
um eine Stilbühne; aber sie ist vielfach farbenreicher und lebendiger als die