Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

I.

Die Entwicklung der Hhöheren Rnaben—
schule zZum Progumnasium wührend der
ersten 25 Jahre.
Nicht einer frommen Klosterstiftung, nicht der Gunst eines Fürsten
verdankt das Neunkircher Realgymnasium sein Dasein. Vielmehr reiht
es sich ein in den Kreis der städtischen Schulen, die strebsamer Bürger—
sinn geschaffen hat. Zwar hat es nicht an der Unterstützung durch den
Staat gefehlt, und von mancher Seite sind guter Rat und Geldmittel ge—
flossen, aber im Grunde hat doch das Bedürfnis, am Ort selbst begabten
Knaben Gelegenheit zur Entfaltung ihrer geistigen Anlagen und Kräfte
zu bieten, die höhere Schule entstehen lassen. Mit dem Wachsen der
Gemeinde Neunkirchen und mit ihrer Entwicklung zur Stadt ist auch das
Aufblühen der Schule eng verbunden, und deshalb muß eine Geschichte
der Anstalt eingeleitet werden durch einen kurzen Ueberblick über die
Geschichte Neunkirchens selbst in diesem halben Jahrhundert.
]. Neunkirchen 18752 ]900.
Vor 100 Jahren war Neuntkirchen noch ein unscheinbarer Flecken
von 1500 Einwohnern; daneben saßen in dem 1799 abgetrennten Nieder—
Neunkirchen noch 200 auf dem Spatzenhübel. Aber ringsumher regte
es sich unter der Erde, und ein Kohlenbergwerk wurde nach dem andern
angelegt: neben der alten Grube Wellesweiler 1821 Kohlwald-König,
16 Reden, 50 Heinitz, 560 Dechen.
Und das NReunkircher Eisenwerk, ehemals gräflich-saarbrückisch, seit
21. März 1806 in den Händen der Gebrüder Stumm, es ist die eigent—
liche Lebensquelle der Gemeinde, und darum sind beide aufeinander ein—
gestellt und angewiesen. Immer mehr Arbeiter zogen heran, je mehr
das Werk vergrößert wurde. Um die Mitte des Jahrhunderts waren
4 Hochöfen und 29 Puddelöfen im Betrieb, ein Drahtwalzwerk, eine
eigene Koksanlage usw. kamen dazu Zählte Neunkirchen 1848 erst 2700
Einwohner, 1861 fast 5000, N-Neunkirchen fast 600, so hatte es 1864
schon 6159, 1871 gar 8880 und 1875 11197 Bürger. Die Zahl der
Arbeiter belief sich 1871 auf 1400, 1874 auf rund 2000.
Diesen Aufschwung verdankt die Hütte den günstigen Umständen
nach dem glücklich verlaufenen Kriege. Die Grenze war weiter westwärts
verlegt, die Zufuhr des Lothringer Eisenerzes erleichtert. Aber ausschlag⸗
gebend wirkte doch die Persönlichkeit des Mannes, der seit 1858 in der
Leitung tätig, 1871 die Leitung allein übernahm, als sein Oheim —X
aus der Firma austrat. Karl Ferdinand Stumm, geb. 30. März 1836,
hat das Neunkircher Eisenwerk vor 50 Jahren nicht nur zur ersten Blüte
            
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