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weilerstraße statt. Den nötigen „Komment“ studierte man in den Ferien
in der „Bliesia“, einer von Studenten des Ortes gegründeten sogen. Ferien—
verbindung, in der wir die „Füchse“s abgaben. — Was im übrigen die Zusam—
menkünfte im „Storchen“ anlangt, so soll die hübsche, allzeit lebensfrohe
und gleichmäßig freundliche Nichte des Stammwirtes A., Fräulein „Lenchen“
aus Bexbach, für manchen von uns ein wirksameres „Zugmittel“ gewesen
sein, als die würzigen Storchenschoppen aus Speyer. — Doch nichts bleibt
ungerochen, zumal in einem kleinen Neste, wo einer den anderen kennt und
wir sehr häufig im Mittelpunkte der Betrachtungen mitteilsamer Vettern
und Basen standen. Eines Tages erfuhr auch unser Direktor von den Zu—
sammenkünften und — siehe da! — es gelang ihm (natürlich nur zufällig)
von seinem beliebten Beobachtungsposten bei der damals das strategische
Wahrzeichen der Ecke Bahnhof- und Wellesweilerstraße bildenden Platane
aus uns gerade in einem Augenblick zu „erwischen“, als wir recht ungestüm
dem Nebenausgang des „Storchen“ entströmten und beim Anblick des „Ge⸗
strengen“ wie eine Hammelherde in alle Winde auseinanderstoben. — Der
Herr Direktor war aber Mensch genug, um Gnade für Recht ergehen zu
lassen. Er beließ es anderen Tages bei einer eindringlichen Philippika mit
dem Bemerken, er habe nichts dagegen, wenn wir ab und zu mal mit Maß
und Ziel ein Glas Bier tränken. Nur möchten wir uns nicht als „Kälber“
benehmen, wenn wir männliche Rechte für uns in Anspruch nähmen. Das
wirkte! — vielleicht aber noch mehr das eiserne „Muß“. Denn wir näher—
ten uns damals merklich Ostern 1897 und damit dem Zeitpunkte der Ab—
gangsprüsung, der ersten Reifeprüfung zur Erlangung des Berechtigungs—
scheines zum Einjährig-freiwilligen Militärdienste
Das erste Einjährigen-Examen.
Das neue Progymnasium sollte vor seiner endgültigen obrigkeitlichen
Anerkennung nun auch den wissenschaftlichen Befähigungsnachweis erbrin—
gen. Es wurde daher mächtig geschuftet und gedrillt, denn der Herr Direk—
tor wollte begreiflicherweise nach oben glänzen — so dachten wir damals,
ohne es noch so recht zu verstehen, was wir in der Sexta schon so oft ge⸗—
lesen: „non scholae, sed vitae discimus!“ — den tiefgehenden, eindring—
lichen Lektionen in der Klasse folgten zur besseren Repetition oft gemein—
same häusliche Zusammenkünfte untereinander, bei denen unsere Väter es
an heilsamen Ermahnungen und Belehrungen' nicht fehlen ließen. Wie
vorteilhaft wir aber auch von dem Wissen und Können unserer Väter pro—
fitierten, beweist ein ebenso merkwürdiger wie zutreffender Vorfall un—
mittelbar am Tage vor dem Beginn des Examens. Montag begann das
„Schriftliche“ mit dem deutschen Aufsatz. Wir besprachen Sonntags mit
meinem Vater allerhand Themata, von denen wir vermuteten, daß das
eine oder das andere drankommen könnte. Dabei behandelten wir einen
Aufsatz, den mein Vater bei seiner Seminar-Abgangsprüfung fertigen
mußte und dessen Entwurf er zufällig unter seinen Erinnerungen entdeckte.
Wie groß war unser Erstaunen (besonders aber meine Freude, denn ich
hatte mir ihn hinterher nochmal besonders angesehen), als wir Montag früh
beim Eröffnen der Prüfungsaufgaben genau dasselbe Aufsatzthema ver—
nahmen! — Mein Aufsatz war natürlich „gut“. — Weniger Glück hatte ich
in meinem „Sprzialfach‘ Mathematik. Hierbei leuchtete mir kein freund—
licher Stern. Nicht einmal eine kleine „Anleihe“ bei meinem Nachbar oder