Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

Schüler, Bildhauer Reinhard Reinhard in Marmor ausgehauen. Sie ist
in der Aula unter dem Goethebilde angebracht.

Zur Enthüllung waren die Angehö—
rigen der Gefallenen eingeladen und er—
ichienen. Das Schülerorchester schuf eine
veihevolle Stimmung. Der Schülerchor
grüßte die Geschiedenen, in Gedichtvorträ—
zen trat uns das Bild des Helden entge—
gen. Geheimrat Wernicke widmete Worte
der Anuerkennung und des Dankes allen
zwanzig Helden einzeln. Die Feier klang
aus im Liede vom guten Kameraden, in
das die ganze Trauergemeinde einstimm—
te.

Auf der Ehreutafel sind nur die
Schüler gnannt, die unmittelbar aus der
Schule ins Heer eintraten. Doch galt
unsere Ehrenfeier auch allen anderen
früheren Schülern, die ihr Leben fürs
Laterland gegeben haben. Es wäre un—
möglich gewesen die Namen alle festzu—
stellen, und darum glaubte das Lehrer—
kollegium sich in der angegebenen Weise
beschränken zu müssen.
Ueber die Theatervcreinigung am
Realgymnasium und die Kunstabende
berichtet der Leiter, Studienrat Dr.
Broecker, in einem besonderen Aufsatz.
Das Schuljahr 1920 brachte allerhand
Ueberraschungen. Am 16. April war die
Abteilung für Kultus und Schulwesen bei
der Reg.e-Komm. gegründet worden, die
Minister Moltke-Huitfeld unterstellt war.
Die Leitung hatte Professor Dr. Notton,
das Dezernat für Höhere Schulen Dr.
Colling übernommen. Damit war die
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zogen und der Abteilung für Kultus und
Schulwesen in Saarbrücken unterstellt.
Als während der Sommerferien die Beamten der Post und Eisenbahn
den passiven Widerstand aufnahmen, übergab bekanntlich der Präsident der
Regierung die Oberste Gewalt dem Kommandanten der französischen Trup—
pen, die sich im Saargebiet aufhielten. Studienrat Sulzbacher wurde aus—
gewiesen; bei ihm, sowie bei den Studienräten Zepp und Trösken. die ver—
reist waren, wurden Haussuchungen vorgenommen.
Nach Wiederbeginn des Unterrichts erhielten die Studienräte Zepp
und Sulzbacher zwar wieder Erlaubnis zur Rückkehr, aber unbegreiflicher—
weise wurde Studienrat Trösken, der im Vertrauen auf das Wohlwollen
            
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