Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

re Personaländerungen ein: an Stelle des Chemikers Dr. Dittmar, der aus⸗
geholfen hatte, übernahm Fräulein Oberlehrerin Dercks den Chemieunter—
richt, Dr. Keilmann trat vom Lyzeum an das Realgymnasium über usw.
Ständiger Wechsel und Stundenplanänderungen ohne Bestand für lange
Zeit! Klassen mußten zusammengelegt werden, dann konnte wieder einmal
geteilt werden. Dann wurden Notreifeprüfungen der einberufenen Schüler
und überwiesener Soldaten abgehalten. Es ist unmöglich, Einzelheiten auf—
zuzählen.
Hier soll aber der Freudentage gedacht werden 2. Mai: unterrichts—
frei wegen der Niederlage der Engländer bei Kut el Amara; 9. Juni: Mari—
nefeier wegen der Seeschlacht vor dem Skagerack (3). Mai) — Oberprima—
ner Kurt Hoffmann hält die Ansprache; 14. September: Erfolge der U⸗——
Boote; 18. September: Besetzung der Dobrudscha. Am 30. November ver—
lieh Probekandiat Jacobs unserer Trauer um Kaiser Franz Joseph Ausdruck.
Bei der Feier am 27. Januar 1917 hielt Oberlehrer Sulzbacher eine Rede
über „Deutschbewußtsein“.
Am letzten Januartage erschien der Prov.-Schulrat Dr. Heil wieder
zur Revision, es galt den wissenschaftlichen Hilfslehrern — auch wohl dem
stellvertretenden Leiter. Bald darauf wurde die Schule geschlossen auf hö—
heren Befehl wegen „Kohlenmangels“. Da aber genügend Koks im Keller
des Realgymnasiums lag, beantragte der Leiter zum Leidwesen der Schüler
Wiederaufnahme des Unterrichts, und nach 14-tägiger Pause brannte die
Zentralheizung wieder. An den Nachmittagen benutzte das Lyzeum vom
27. 2. — 7. 3. die Räume des Realgymnasiums, was den Schülern viel
Spaß machte. — —
Das Schuljahr 1917 verlief im allgemeinen unter gleichen Schwierig—
keiten; aber ste wurden überwunden. Neu war die Ueberweisung von Schü—
lern zum Hilfsdienst in der Landwirtschaft. Einzelne Klassen säuberten 3.
B. mal an einem Nachmittag die Kartoffelfelder auf der Scheib von Un—
kraut. Die vorhandenen 6 Unterprimaner siedelten am 18. Juni nach Men—
schenhaus über und betätigten sich dort. Ende Juni aber rückten 32 Schüler
unter Führung Sartingens ins Ruwertal, wo sie auf verschtedene Dörfer
und Höfe verteilt wurden. Andere Mannschaften folgten Ende Juli. Wäh—
rend der Ferien besuchte Professor Trösken die verschiedenen Arbeitsstel—
len und berief an einem Sonntag alle jugendlichen Landarbeiter nach Trier
durch dessen Altertümer er sie erklärend führte. Im Herbst wurden 14 Un—
tersekundaner eine Woche lang zur Obsternte der Gemeinde Neunkirchen bei
Tholey beurlaubt. Erst am 25. Oktober konnte der Unterricht wieder in
rollem Umfange aufgenommen werden, nachdem alle zurückgekehrt waren.
Dieser Herbst brachte auch 2 besondere Festtage. Zunächst wurde am
2. Oktober Hindenburgs 70. Geburtstag gefeiert — Kandidat Jacobs hielt
die Ansprache. Dann begingen die evangelischen Schüler am 31. Oktober
die 400-Jahrfeier der Reformation; in die Andacht wurden eingefügt Be—
trachtugen über „Luther und Krieg“ von Dr. Winter und über „Luther
und Schule“ von Professor Trösken. Zu einer stimmungsvollen Weihnachts-—
feier kamen die Schüler am Schlusse des zweiten Tertials zusammen; Dr.
Winter führte Lichtbilder von „Weihnachten am der Front“ vor und zur
Erheiterung auch noch solche von „Plisch und Plum“ nach Busch. Auch wur—⸗
de später nochmals ein Lichtbilderabend veranstaltet, erst für Schüler, dann
für Eltern und Verwundete. Am 26. Januar 1918 wurde zum letzten
            
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