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der Bliesstraße und 2. Gut Haselermühle am Hirschberg 1918, 3. Gut Blies⸗
mühle und 4. das alte Hotel zur Post 1919. 5. Hotel Uhl (früher Sender)
Gasstraße — Versorgungsamt 1920, und 6. das Kauschsche Gelände am
Bahnhof 1920, 7. Gut Baltersbacherhof und 8. Finanzamt am Oberen Markt
1921. Dazu wurde eine größere Anzahl Wohnhäuser gekauft oder neu ge⸗
baut.
Selbstverständlich mußte die Wasserleitung weiter ausgedehnt wer—
den, 8 Brunnen wurden neu gebohrt. Auch das Elektrizitätswerk wurde
erweitert, indem ein Dieselmotor eingebaut wurde. Durch diesen wurden
1923 während des Bergarbeiterstreiks, als der Heinitzer Strom ausblieb,
Straßenbahn und elektrische Beleuchtung aufrecht erhalten. Das mag ge—
nügen, um zu zeigen, daß Neunkrchen die Umwandlung zur Stadt wohl ver⸗
diente. Unter anderen politischen Verhältnissen wäre dieser seit langem vor⸗
bereitete Akt sicherlich auch erfolgt. Bei den obwaltenden Verhältnissen fiel
der vom Völkerbund ernannten Regierungskommission die Aufgabe zu, die
Unterschrift unter die Urkunde zu setzen. Drum sei hier zum Abschluß die
Tatsache festgestellt: Am 23. Dezmber 1921 wurden Neunkirchen die Stadt—⸗
rechte zuerkannt.
2. Das Realgumnasium.
a) Wührend des Krieges.
Wie das Volksleben im allgemeinen, wie Industrie und Handel, so
wurde auch der Betrieb der Schule durch den Krieg schwer erschüttert. Und
doch hat die Begeisterung der Jugend zu Beginn und auch im weiteren Ver⸗
lauf Ideale geschaffen und Momente gezeitigt, die höheren Wert haben und
die im Gleichlauf der Dinge nicht geboren werden.
Das Sommertertial sollte zu Ende gehen, zwei Oberprimaner fertig—
ten noch in aller Ruhe am 23.-28. Juli ihre schriftlichen Arbeiten zur Rei—⸗
feprüfung an — da brach das Wetter los. Am Samstag, 1. August, wogte
die Stimmung auf den Straßen, sah man in der Volksmenge auch die Schü—
ler — war es nicht im Rettigschen Sälchen, wo Prof. Kretzschmar eine An—⸗
sprache hielt und des Vaterlandes Wohl jünglingsfrisch feierte! und neben
ihm Oberlehrer Wolter. Auf Grund einer Verfügung vom 1. August wur⸗
den am Dienstag, dem 4. August, 13 Oberprimaner geprüft, nur mündlich,
kurz und bündig. Dann eilten sie, sich als Kriegsfreiwillige zu melden —
3Z von ihnen sind nicht heimgekehrt. Am 7. August wurde Ernst Melsheimer,
der schon eingetreten war, nachgeprüft in Uniform! Der Unterricht war am
3. August bereits ausgesetzt worden.
Einberufen zur Fahne waren sofort 7 Herren: die Oberlehrer Wol—⸗
ter und Dr. Joist, die beide gefallen sind, Dr. Winter, der bereits am 27. 7.
zu einer militärischen Uebung abgereist war, Dr. Schmidt, Sulzbacher und
Dr. Schöttke, sowie Gymnasiallehrer Vieweg. Von den Seminarkandida—
ten eilten zur Fahne Dr. Gutheil, der schon am 28. August 1914 fiel, und
Weber. Aber auch die zurückbleibenden Lehrer waren nicht müßig, denn der
Krieg gab jedem neue Arbeit. Da galt es, auf dem Bahnhof die ausziehen—
den Truppen mit Erfrischungen zu versehen — die größten Säle zu Lazaret—
ten herzurichten — so manche Hilfe zu leisten bei Vermittlung von Schrift⸗
stücken usp. Die Schüler leisteten allerlei Handreichungen, die Lehrer tra—
ten bei verschiedenen Betrieben in die Lücken ein, die durch Einberufungen
entstanden waren und immer wieder entstanden. Der Direktor, der sich als