Brücke gebaut. Unsere Jugend weiß nicht, daß der heimatliche Fluß vor—⸗
dem seine schwarzen Fluten unterhalb der 2. Brücke über den Fußballplatz
bis zur Schillerstraße wälzte und dann zurückkehrte an die Stelle, wo 1909
die Betonbrücke gebaut wurde. Hier lag ehemals im „Mehlpfuhl“ eine
Mühle, ein Holzsteg führte über die Blies, die sich nochmals eine Aus—
schweifung nach links erlaubte, von der die Spuren bei der elektrischen
Zentrale noch zu sehen sind. Damals wurde der Blies dies neue Bett in
schönem Bogen zugewiesen. 1902 wurde der erste großzügige Bebauungsplan
—V0
sie nun im Laufe der Zeit entstanden. Mit den Bergehalden des alten
Mehlpfuhlschachtes wurde 1903 der Damm quer durch das Tal hinüber zur
Prinz⸗Heinrich-Straße aufgeschüttet. Auch entstand in jenen Jahren die
Jahnstraße durch Genossenschaftsbau. In der verlängerten Goethestraße
wurden von der Firma Stumm die Beamtenhäuser in gefälligem Stile ge—
Stummsches Waisenhaus
baut, und an der Bachstraße errichtete die Gemeinde 1906 das prächtige
Schulgebäude.
Eine andere Aufgabe der Gemeinde war die Versorgung des Ortes
mit Licht. Das erweiterte Gaswerk wurde 1904 der Dessauer Gasgesell—
schaft abgekauft und 1911 in den Betrieb der Gemeinde übernommen. Aber
man wollte auch elektrisches Licht schaffen und eine Straßenbahn. Von Hei—
nitz konnte die Kraft bezogen werden; es genügte eine Zentrale zur Um—
wandlung des Stromes herzurichten und einen Wagenschuppen mit Werk—
statt zu bauen. Das geschah 1907, und am 13. September liefen die Wagen
von der Wellesweilerstraße bis zur Scheib und bis zur zweiten Bliesbrücke
in Wiebelskirchen. Uebrigens wurde eine Woche nach Eröffnung der Stra—
ßenbahn das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem oberen Markt enthüllt.
Wichtig ist noch der Ausbau des Wasserwerks im Kasbruch und am