Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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II.

Die Blütezeit des Realgumnasiums.
J. Neunkirchen 1800 - 1914.
Bevor wir nun den Ausbau des Progymnasiums zum Realgymna—
sium und die ruhige Entfaltung in der Friedenszeit bis 1914 betrachten, las—
sen wir die Zeitverhältnisse und im besonderen den weiteren Aufschwung
der Gemeinde Neunkirchen an unserem geistigen Auge vorübergleiten. Fort—
schritt auf allen Gebieten war die Losung im deutschen Reich wie in allen
Kulturländern; hier und da gab es kleine Reibungen zwischen den Staaten,
der Wettlauf schien zuweilen zu einem Wettstreit auszuwachsen, der bei—
nRnahe zu einem Waffengang geführt hätte; aber durch diplomatische Ver—
handlungen wurde das Schlimmste verhütet. (Konferenz von Algeciras 1906.
Ptarrokko-Kamerun-Abkommen mit Frankreich 1911).
Fortschritt auch in der Gemeinde Neunkirchen.
Die Grubenanlagen der Umgebung wurden in diesen Jahren erwei—
tert und dadurch auch leistungsffähiger. Auf Grube König wurde 1906/07
ein Zentralmaschinenhaus mit Dampfturbinen errichtet; in den Jahren
1906/09 wurde in Heinitz die elektrische Kraftanlage ausgebaut. Drei Gas—
kraftmaschinen von je 1500 Pf.“St. mit Koksofengas getrieben, leisteten
1910 31 195 860 Kilowattstunden für den oberen Saarbezirk. Ein schwerer
Schlag traf die Belegschaft der Grube Reden, wo am 28. Januar 1907 150
Bergleute zur letzten Schicht anfuhren. Die Stärke der Belegschaft und
die Jahresförderung 1908 zeigt diese Tabelle:
Berginspektion VI: Reden 3685 Bergleute 810 600 Tonnen
Itzenplitz 2900 510 000
Heinitz 3650 930 000
Dechen 2100 530 00
König 2450 510 000
Kohlwald 2280 435 000,
Wellesweiler 170 F 4500 F
Auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege wurde weiter gearbeitet. Für
Bauprämien und unverzinsliche Baudarlehen wurden 1909 im Saar—
gebiet über 300 000 Mark an baulustige Bergleute ausgegeben. Das Knapp—
schastslazarett wurde weiter ausgebaut und stets mit den modernsten Ein—
richtungen versehen. Ueber die Bergschule und die Fortbildungsschulen wird
in einem besonderen Aufsatz berichtet.
Die andre Erwerbsquelle der Neunkircher Einwohnerschaft, die Hütte,
hellagte gleich zu Anfang des Jahrhunderts das Abscheiden des leitenden
Geisses, des Freiherrn Karl Ferdinand von Stumm-Halberg.
Die Firma Gebrüder Stumm wurde als Gesellschaft m. b. Haftung
fortgeführt. Am 30. November 1902 wurde das Erzbild des Freiherrn am
Eingang der Saarbrückerstr. neben dem Haupteingang zum Werk gegenüber
den Hochöfen enthüllt. Ein schöneres Denkmal ist das Versorgungshaus
            
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