Während des Kommerses — um !,10 — Uhr erstrahlte das neue
Schulhaus eine Zeitlang in bengalischer Beleuchtung. Eine ungeheure
Wenschenmenge hatte sich eingefunden, um den zauberhaften Anblick zu
genießen.
Am lI1. August fand um 2/, Uhr Festgottesdienst statt, für die
evangelischen Schüler in der unteren Kirche, für die katholischen in der
Pfarrkirche. — Daran schloß sich um 10 Uhr der Abschied von der alten
Schule. Die Schüler traten auf dem Schulhofe im Halbkreis an, auf
dem rechten Flügel die Musik, in der Mitte das Lehrerkollegium und
eine große Zahl Herren — Kuratorium und Gemeinderat — alte Schüler
ussv. Nachdem die Kapelle einen Choral gespielt hatte, hielt der Direktor
Wernicke eine Abschiedsansprache, die mit dem Wunsche schloß: „Unsern
Ausgang segne Gott!“, worauf die Kapelle diesen Choril spielte. Darauf
ordnete sich der Festzug und bewegte sich durch die Viktoria-, Hütten—
herg⸗, Langenstrich- Mehlpfuhl (Roon-) und Oststraße nach dem Reubau.
Am Portal übergab der Leiter des Baues, Architekt Witzschel aus
Saarbrücken, mit einer kurzen Ansprache den Schlüssel des Hauses dem
Bürgermeister Ludwig. Dieser überreichte ihn dem Direktor Wernicke
ebenfalls mit einer Ansprache, und der Direktor öffnete die Haupttür mit
den Worten: „Unseren Eingang segne Gott!“ Nunmehr um 11 Uhr
begaben sich die Ehrengäste, geführt vom Direktor, in die Aula, wo sie
die Kapelle mit Wagners Einzugsmarsch aus dem Tannhäuser empfing.
In gewaltiger Menge strömten die Gäste herein; trotz ihrer Größe konnte
die Aula nicht alle fassen, viele mußten stehend dem ganzen Festakte
beiwohnen.
Nachdem dann der Schülerchor den Psalm „Der Herr ist mein
Hirte“ vorgetragen hatte, begrüßte Bürgermeister Ludwig die Gäste und
übergab das neue Schulhaus mit freundlichen Wünschen der Obhut des
Direktors. Alsdann überbrachte Prov.Schulrat Klewe Grüße und Glück—
wünsche des Oberpräsidenten und des Prop-Schulkollegiums und legte
seinen weiteren Ausführungen die Gedanßken zu Grunde: „Im neuen
Haus der alte Gott“ und „Im neuen Haus die alte Treue“. Die Rede
ichloß mit einem donnernden Hoch auf Se. Wajestät, dem die Absingung
der 1. Strophe von „Heil Dir im Siegerkranz“ folgte. Der nächste
Redner war Progymnasialdirektor Dr. Koch aus St. Wendel, der die
Grüße und Wünsche benachbarter und befreundeter Anstalten zum Aus—
druck brachte. Darauf sang der Chor „Die Himmel rühmen des Ewigen
Ehre“ unter Begleitung auf dem neuen, von der Firma Lipp in Stutt—
gart bezogenen Konzertflügel.
Alsdann hielt Direktor Wernicke die Festrede. Rachdem er seiner
Freude und seinem Danke Ausdruck gegeben und einen kurzen Rückblick
auf die bisherige Entwicklung der Anstalt geworfen hatte, setzte er aus⸗