Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

am 26. April das 26. Schuljahr, aber vorerst noch im alten, allzu engen
Gebäude an der Vißktoriastraße. Ueber 20 angemeldete Sextaner mußten
zurückgewiesen werden, da kein Platz vorhanden. Im Herbst sollten sie
nochmals antreten, denn im neuen Gebäude konnten 2 Serten und2
Quinten eingerichtet werden. Während das Schulgebäude instand geseßt,
mit allen damals beschaffbaren Lehrmitteln ausgestattet und zur Aufnahme
der lernfreudigen Jugend hergerichtet wurde, beratschlagte man über den
Ausbau zur Vollanstalt. Doch darüber soll weiter unten berichtet werden.
Vorerst wollen wir das Fest vor 25 Jahren nacherleben und damit
die Freude von damals in allen Herzen derer, die heute das 50jährige
Bestehen feiern, aufleben lassen. In der Chronik der Anstalt, dem Buche,
in das alle wichtigen Ereignisse eingetragen werden, lesen wir: Am
31. Juli, 1. und 2. August 1900 fand die Feier der Einweihung des
neuen Realgymnasialgebäudes statt Die Kosten übernahm in bereit—
williger Weise die Gemeinde. — Besondere Einladungen waren an die
früheren Schüler und an die Spitzen der Behörden ergangen, allgemein
durch die Zeitungen an die Bürger, die Eltern und Angehörigen der
Schüler sowie an alle Gönner und Freunde der Anstalt Die Beteiligung
war eine ungemein große. Viele alte Schüler waren erschienen, viele
hatten geschrieben und telegraphiert. — Von Ehrengästen waren erschie—
nen: Provinzialschulrat Klewe, Landrat Freiherr Laur von Münchhofen,
Landtagsabgeordneter Regierungs- und Baurat Daub, Progymnasial—
direktor Dr. Koch aus St. Wendel — Die Bücrgerschaft Neunkirchens
bekundete große Teilnahme an dem Schulfeste; besonders die Bewohner
der Straßen, die der Festzug berührte, wetteiferten im Schmücken und
Beflaggen ihrer Häuser. Das herrlichste Wetter begünstigte alle Veran—
staltungen, das Fest nahm in allen seinen Teilen einen ausgezeichneten
Verlauf und wurde durch keinen Mißton gestört.
Gemäß dem vom Festausschuß aufgestellten Programm wurde die
Feier eingeleitet am Abend des 31. Juli um 8 Uhr durch einen Kommers
in der Gartenhalle von Franz Leibenguth (Viktoriastraße, jetzt Karlsberg).
Die große Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt, vor allem waren
sehr viel frühere Schüler, zum Teil aus weiter Ferne, gekommen, um
ihre Anhänglichkeit zu bekunden. — Der Präses des Kommerses, Herr
Oberlehrer Kretzschmar, begrüßte die Erschienenen. Der älteste Lehrer,
Dr. Kappel, feierte die Anstalt, Oberlehrer Kretzschmar die alten Schüler,
Direktor Wernicke den Prov-Schulrat Klewe, der frühere Schüler Hein—
rich Schulde die Lehrer, ein anderer früherer Schüler aus dem ersten
Jahrgang, Ingenieur Edm. Hohmann aus München, den Oberlehrer
Dr. Kappel, Direktor Dr. Adams aus Hörde seinen Freund Wernicke,
Kand ˖ Phil Werner, ein früherer Schüler, das Lehrerkollegium. Liebe
alte Lieder wurden gesungen, auch zwei neue, zum Fest besonders ge⸗
            
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