Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

F

»berste Stockwerk von 1877 bis 1882 an Lehrer der Anstalt, im Winter
1882,83 an einen Beigeordneten vermietet. Als aber die Zahl der Klassen
sich vermehrte, besonders seit Angliederung der Realklassen, und als die
Frage der Erweiterung der Anstalt immer brennender wurde, reichte auch
das ganze Haus bald nicht mehr aus, und man mußte seine Zuflucht
zu Mietsräumen nehmen. So wurde im Winter 1896,97 und 1897/98
zugleich an vier Stellen unterrichtet: im Hauptgebäude, im Hause des
Kaufmanns Scheider (ietzt Hüttenlaboratorium), im kleinen Saale des
—A0
Union-Theater). Da ferner eine Aula fehlte, so mußten die größeren
Schulfestlichkeiten im großen Saale des Gesellenhauses gefeiert werden.
Natürlich war eine solche Zersplitterung weder in didaktischer noch in
bädagogischer Hinsicht förderlich und stellte erhöhte Anforderungen an alle
Lehrkräfte.
Um solchem Mißstande abzuhelfen, wurde die Frage eines Neu—
oder Anbaues schon seit dem Jahr 1893 erörtert. Nach vielen Ver—
handlungen beschloß der Gemeinderat am 29. Dezember 1894 einen für
eine Vollanstalt ausreichenden Neubau neben dem jetzigen Schulhause in
der Viktoriastraße zu errichten, nachdem der zur Versügung stehende
Platz durch Ankauf eines benachbarten Gartens vergrößert war. Nun
galt es, einen den immer noch beschränkten Raumverhältnissen Rechnung
tragenden Bauplan zu entwerfen. Das war aber nicht leicht. Nach
dielem Hinundherberaten nahm der Gemeinderat trotz erheblicher Mehr—
kosten — das neue Gebäude war ohne Bauplatz und ohne innere Ein—
richtung auf 250 000 Mk. veranschlagt — einen vom Königlichen Mi—
nisterium ausgearbeiteten Plan an, und so konnte denn endlich im Juni
1898 der erste Spatenstich getan werden. Rüstig schritt nun das Werk
unter Oberleitung der Architekten Heinker und Witzschel in Saarbrücken
poran. und nach Jahresfrist stand der stattliche Bau unter Dach.
Eine Turnhalle hat unsere Anstalt bis in die neueste Zeit entbehrt,
weshalb in den ersten 21 Jahren während des Winters garnicht, später
in einem gemieteten Saale geturnt wurde. Auch als Prof. Euler nach
einer Revision des Turnunterrichts im Sommer 1886 auf das Fehlen
einer Turnhalle aufmerksam gemacht hatte, hielt man eine solche, wenn
auch für wünschenswert, so doch nicht für dringend notwendig und lehnte
den Bau wiederholt ab. Dagegen wurde für Anschaffung von Turnge—
räten in ausreichender Weise gesorgt, auch ein Turnschuppen zur Aufbe—
wahrung der Geräte im Jahre 1886 errichtet. Erst bei Erweiterung der
Anstalt zum Progymnasium wurde auch eine Turnhalle vorgesehen und
im Rohbau soweit gefördert, daß sie schon im Winter 1898 99 provi—
sorisch benutztt werden konnte. Nachdem sie dann im Sommer 1899
pöllig hergestellt und zum großen Teil mit neuen Geräten versehen war—,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.