Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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das nächste Gesamtverzeichnis der militärberechtigten Lehranstalten ver—
öffentlicht werden solle. Natürlich durfte dies für die Entwicklung der
Anstalt hochwichtige Ereignis nicht unbeachtet und klanglos vorübergehen
Zur Feier desselben machte die ganze Schule unter Vorantritt einer
Musikkapelle und Teilnahme vieler Eltern und einiger Mitglieder des
Kuratoriums und des Gemeinderates bei herrlichstem Wetter am 25. Mai
1897 einen Ausflug nach Heinitz, der zu aller Zufriedenheit verlief.
Ostern 1898 wurden zum ersten Male auch einige Sekundaner ge—
prüft, die an dem für das Griechische eingeführten Ersatzunterricht im
Englischen teilgenommen hatten; auch ihnen konnte das Zeugnis der
Reife und damit u. a. die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig—
freiwilligen Militärdienst zugesprochen werden.
Seit Ostern 1898, wo die beiden letzten lateinlosen Klassen ein—
gingen, hat unsere Anstalt nur 6 Gymnasialklassen; doch steht den Schülern
der Untertertia, Obertertia und Untersekunda die Wahl zwischen grie—
chischem und englischem Unterricht frei.
Fürwahr, ein wechselvolles Dasein, wie kaum eine andere höhere
Lehranstalt, hat unsere Schule in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens
geführt. Zuerst ein Mittelding zwischen Gymnasial- und Realgymnafial—
schule nahm sie alsbald (1882) ganz den humanistischen Charakter an
und bewahrte ihn, bis sich im Anfange der LWer Jahre eine starke Strö—
mung zu Gunsten der Realschule geltend machte und Ostern 1892 die An—
gliederung einer lateinlosen Abteilung erwirkte. Aber nur kurze Zeit
lebte dieses kopflose Doppelwesen: schon Ostern 1805 sollten die beiden
halben Anstalten zu einer ganzen (Realgymnasium) umgeschaffen werden,
doch wurde zunächst nur ein Progymnasium mit wahlfreiem Englisch
erreicht.

z3. Die Einweihung des neuen Schulbaues
und die 25-fahrfeier.
Dem innern Wachsen der Schule entsprechend mußten auch die
Schulräume wachsen, und nach 25 Jahren ihres Bestehens konnte die
auf das Fünffache gestiegene Schülerzahl in einen für damalige Verhält—
nisse prächtigen Neubau einziehen. Ueber die Bauten berichtete Direktor
Wernicke damals in der Festschrift zunächst folgendes:
Nachdem die Ostern 1875 gegründete Anstalt sich zwei Jahre lang
in gemieteten Sälen beholfen hatte, erhielt sie Ostern 1877 ein eigenes
freundliches Heim in der Viktoriastraße. Mit einem Kostenaufwand von
ca. 50 000 Mk. — einschließlich Einrichtung, aber ohne Bauplatz —
wurde dieses dreistöckhige Haus von dem Bauunternehmer Hoffmann nach
dem Plane des Kreiskommunalbaumeisters Israel errichtet. Da aber zu—
nächst nicht alle Räume für Schulzwecke nötig waren. so wurde das
            
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