der Schule znnächst zu einem Progymnasium mit nicht verbindlichem
Unterricht im Griechischen und Ersatz desselben durch Unterricht im Eng—
lischen und in den Realien empfehle.
Wohl war die Enttäuschung nach der hoffnungsfreudigen Stimmung
groß; um aber endlich nach jahrelangem Bemühen wenigstens die Se—
kunda zu erhalten und um die infolge der Ungewißheit entstandene Be—
unruhigung der Bürgerschaft zu beseitigen, erklärte sich der Gemeinderat
am 12. Juni 1895 bis auf weiteres mit der abermaligen Aenderung des
Lehrplanes einverstanden Demnach wurde nach den Pfingstferien 1895
von einem Teile der Untertertia der griechische Unterricht wieder aufge—
nommen, während der andere die begonnenen englischen Studien fortseßte.
Nachdem sodann die zahlreichen, in einer so wichtigen Angelegenheit
notwendigen Vorverhandlungen zu Ende geführt waren und der Gemeinde—
rat die für den Ausbau der Anstalt von der Aufsichtsbehörde gestellten
Bedingungen ausnahmslos und mit großer Bereitwilligkeit angenommen
hatte, unterzog der Provinzial-⸗Schulrat Geheimer Regierungsrat Dr.
Münch im Auftrage des Ministers vom 9.-11. Dezember 1895 die
Schule einer eingehenden Revision. Auf Grund derselben genehmigte
der Minister durch Erlaß vom 8. Januar 1896 die bis zum 1. April
1897 zu vollziehende Ausgestaltung der höheren Schule zu Neunkirchen
zu einem Progymnasium mit wahlfreiem Englisch und überwies die
Anstalt zugleich dem Ressort des Provinzial-Schulkollegiums zu Koblenz.
So wurde denn endlich die lang erstrebte Sekunda am 21. April 1896
eröffnet. Von den lateinlosen Realklassen blieben im Jahre 1896,97
Quarta, Unter⸗ uud Obertertia bestehen, im Jahre 1897/98 nur noch die
beiden Tertien, die zu Ostern 1898 ihr kurzes Dasein beschlossen.
Zum Direktor der erweiterten Anstalt wurde der bisherige Ober—
lehrer am Gymnasium zu Mülheim a. d. Ruhr, E. Wernicke am
10. Februar 1896 vom Gemeinderat einstimmig gewählt, und diese Wahl
wurde vom König am 9. März 1806 bestätigt. Die feierliche Einfüh—
rung des neuen Direktors fand am 22. April 1896 im großen Saale des
katholischen Gesellenhauses durch den Vertreter der Schulaufsichtsbehörde,
Provinzial⸗Schulrat Henning, statt. Nachdem derselbe Dezernent am 5.
und 7. Dezember 1896 nochmals eine Revifion aller Klassen vorgenom—
men hatte, wurde unter seinem Vorsitze am 19. und 20. März 1897 die
erste Reifeprüfung der Untersekundaner mit günstigem Erfolge abgehalten.
Daraufhin erkannte der Minister durch Erlaß vom 7. Wai 1897 „die
seitherige höhere Knabenschule zu Neunkirchen als ein zur Vornahme
don Dispensationen im Griechischen befugtes Progymnasium“ an, und
der Reichskanzler ließ unter dem 14. desselben Monats mitteilen, daß
die Anerkennung des Progymnasiums als einer militärberechtigten An—
stalt, und zwar mit rückwirkender Kraft bis zum Ostertermin 1897, durch