Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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richt in der Naturkunde erteilt. Vom griechischen Unterricht, der nach
dem alten Lehrplan von 1856 schon in Quarta begann, konnten unsere
Schüler dispensiert werden; doch machten von diesem Rechte nur wenige
Quartaner Gebrauch. Mit Rücksicht endlich auf die nach Vollendung
des 14. Lebensjahres zu einem praktischen Beruf übergehenden Schüler
wurden die Quartaner auch in der Anfertigung von Geschäftsaufsätzen
und ⸗»briefen, die im gewerblichen Leben am häufigsten vorkbommen, ge—
übt. Auf diese Weise suchte man möglichst vielseitigen Wünschen und
Bedürfnissen Rechnung zu tragen, und diese MWittelstellung behielt unsere
Anstalt auch in den folgenden Jahren, da bei Errichtung der Tertia
Ostern 1878 der Gemeinderat ausdrücklich bestimmte, „daß der Lektions—
plan sich in demselben Verhältnis zwischen den Unterrichtspensen des
Gymnasiums und der Realschule bewegen solle wie bisher in den unteren
Klassen“. Dies Verhältnis blieb bis Ostern 1882 bestehen. Dann aber
entschied man sich für ein bestimmtes System und gab der Anstalt durch
Einführung der „revidierten“ Lehrpläne vom 31. März 1882 ganz den
gymnasialen Charakter. Der Anfang des griechischen Unterrichts wurde
gemäß den Bestimmungen der Lehrpläne nach Untertertia verschoben und
die beiden Tertien im Griechischen und in der Mathematik völlig getrennt.
Inzwischen war bereits zu Ostern 1880 der Versuch gemacht worden,
der Anstalt durch Errichtung der Sekunda einen vorläufigen Abschluß
zu geben. Die Regierung hielt aber den dahin gehenden Antrag des
Gemeinderats vom 13. Dezember 1879 für „verfrüht und einer ruhigen,
stetigen Entwicklung vorgreifend'. Auch eine nach Trier entsandte De—
putation — bestehend aus den Herren Bürgermeister Jongnell, Rektor
Dr. Kappel, Kreisphysikus Dr. Noack, Maler P. Schaack und Kaufmann
W. Zimmermann — konnte keinen günstigeren Bescheid erlangen; doch
wurde der Gemeinde anheimgestellt, nach Jahresfrist auf den Gegenstand
zurückzukommen. Dies geschah allerdings nicht, vielmehr ruhte die An—
gelegenheit fast während des ganzen folgenden Dezenniums, nicht etwa
weil das Verlangen nach Erweiterung der Anstalt nicht vorhanden ge—
wesen wäre, sondern hauptsächlich wohl, weil die finanzielle Lage der
Gemeinde zu wenig gefestigt erschien und zu vielen Schwankungen unter—⸗
worfen war. Erst zu Anfang des Jahres 1890 kam die „Schulfrage“
wieder in Fluß und bildete sehr häufig einen Gegenstand der Beratung
der Gemeindevertretung. Wiederholte Versuche, die Erweiterung der
Anstalt, die ein immer dringenderes Bedürfnis wurde, mit Hülfe staat—
licher Unterstützung oder durch Uebernahme der Schule seitens des Staates
zu erreichen, schlugen fehl.
Als darauf gegen Ende des Jahres 1890 vom Könige selbst, wie
allgemein bekannt, die Anregung zu einer umfassenden Neugestaltung des
ganzen höheren Schulwesens Preußens gegeben wurde, da trat die „Schul⸗
            
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