Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

11

nehmigung nur „in der bestimmten Voraussetzung, daß binnen Jahres—
frist ein angemesseneres Lokal beschafft werdes. Daraufhin beschloß der
Gemeinderat am 26. Wai 1875 den möglichst zu beschleunigenden Bau
eines eigenen Hauses für die höhere Schule und mietete bis zur Fertig—
stellung zwei Unterrichtsräume bei dem Wirt Konrad Jochum in der
Königstraße, zu dem die Schule im Herbst 1875 übersiedelte. Ostern 1876
wurde die Quinta, Ostern 1877 die Quarta eröffnet. Inzwischen war
das neue Schulhaus in der Vittoriastraße soweit hergestellt, daß es
Ostern 1977 von der Quarta und am 12. Juni desselben Jahres auch
von der Sexta und Quinta bezogen werden konnte
So war denn das vom Gemeinderat zunächst ins Auge gefaßte
Ziel einer für die Tertia vorbereitenden Bildungsanstalt erreicht. Aber
es war zu natürlich, daß man bei dem Erreichten nicht stehen blieb; die
Verhältnisse drängten weiter. Am 31. Januar 1879 beschloß der Gemeinderat
die Errichtung einer kombinierten Tertia mit zweijährigem Kursus. Vor—⸗
her hatte man unter den beteiligten Eltern eine Umfrage gehalten, um
ihre Wünsche bezüglich Beibehaltung oder Abschaffung des lateinischen
und griechischeu Unterrichtes kennen zu lernen, und dabei hatte sich das
für einen Industrieort wie Neunkirchen immerhin auffallende Resultat
ergeben, daß sich mit einer einzigen Ausnahme alle Väter, zum Teil mit
großer Entschiedenheit, für Beibehaltung des Unterrichts in den klafsischen
Sprachen erklärten. Die Schulaufsichtsbehörde genehmigte durch Ver—
fügung vom 18. Februar 1878 die Errichtung der Tertia, obwohl ihr der
Beschluß „in pädagogischer Hinsicht nicht unbedenklich“ erschien; zugleich
drängte sie zu einer Entscheidung darüber, „ob der Anstalt der humas
nistische oder realistische Charakter gegeben werden, oder mit anderen
Worten, ob sie Progymnasium, Realschule, Bürgerschule oder Mittelschule
heißen solle“. Nach ihrer bisherigen Einrichtung nämlich konnte die
Neunkircher höhere Schule keiner der damals bestehenden Schularten
ganz zugezählt werden. Obwohl sie ursprünglich mit der ausdrücklichen
Bestimmung gegründet war, ihre Zöglinge für die Tertia eines Gymna—
siums vorzubereiten, suchte man doch einerseits den abgehenden Schülern
auch die Möglichkeit des Ueberganges zu einer Realschule — jetzt Real—
gymnasium — offen zu lassen, anderseits zugleich auf die Bedürfnisse des
praktischen Lebens Rücksicht zu nehmen.
Demnach mußte sich der damals noch gültige Normallehrplan vom
7. Januar 1856, der am Gymnasium das ganze Schwergewicht aus die
alten Sprachen legte, manche Abänderung gefallen lassen; verringert
wurde bei uns besonders die Zahl der lateinischen und griechischen Unter—
richtsstunden, erhöht die Zahl der Stunden im Deutschen, Französischen,
in Geschichte und Geographie, im Rechnen und in der Wathematik.
Außerdem wurde an unserer Anstalt von Anfang an regelmäßig Unter⸗
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.