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Unterricht nach und nach eingeschränkt und schließlich bis auf Zeichnen eingestellt
wurde, erfuhren die wissenschaftlichen Fächer Deutsch (seit 1920 auch Französisch),
Mathematik, Physik und Chemie eine wesentliche Ausdehnung und Vertiefung. Der
Unterricht wird an 3—4 Vormittagsstunden erteilt, während die Schüler jede Nach—
mittagsschicht verfahren. Die Abgangsprüfung ist zugleich Aufnahmeprüfung für
die Hauptschule, welche die Ausbildung in einem 2-jährigen Kursus beendet. In
der Aufnahmeprüfung für die Bergvorschule sind neben einem Alter von 18 Jah—
ren und einer praktischen Beschäftigung von 2 Jahren im Grubenbetrieb die Kennt—
nisse nachzuweisen, welche die Werkschuloberklasse zu vermitteln sucht.
B. Die Werkschuloberklasse.
Wie der Name schon besagt, besteht diese Schule aus gehobenen Klassen der
bergmännischen Werkschulen. Werkschuloberklassen sind bei jeder Bergvorschule
als deren Unterbau errichtet. Sie sind aus dem Bedürfnis entstanden, den künf—
tigen Beamten vor ihrem Eintritt in die Bergschule eine gründliche Allgemein—
bildung zu geben.
1892 wurde diese W. O. zum erstenmale errichtet, um die Berg- und Steiger—
schulen in den bisher noch notwendigerweise gelehrten Elementarfächern zu entlasten.
1898 aufgehoben, mußten sie 1907 wieder ins Leben gerufen werden. Seitdem wur—
den junge, fähige Bergleute im Alter von 16—218 Jahren in den W. O. an 3 Nach—
mittagen in wöchentlich 13 bis 15 Stunden in Deutsch, Rechnen, Raumlehre, Natur—
kunde, Geschichte, Erdkunde und Zeichnen von nebenamtlich beschäftigten Volksschul⸗
lehrern und Grubenbeamten unterrichtet,
Als die Gruben 1920 in den Besitz des französischen Stactes übergingen, er—
fuhren die W. O. eine starke Erweiterung, die z. T. auf ähnliche Motive zurück—
zuführen ist, wie die Errichtung von deutschen Volks- und Mittelschulen durch die
französische Bergyerwaltung Bisher organisch mit der Bergvorschule verbunden,
wurden die W. O. in selbständige Schulen mit 3.T. hauptamtlichen Lehrern und
eigener Leitung umgewandelt. Bisher naturgemäß nur aus einer Abteilung für
den Bergbau bestehend, erhielten sie jetzt noch 2 weitere Abteilungen für Industrie
und Handel und in ländlichen Orten sogar eine für Ackerbau. Jede Abteilung
besteht aus drei aufsteigenden Klassen, in denen neben den übrigen Fächern vor
allem Französisch gelehrt wird
O. Die Werkschule.
Die bergmännischen Werkschulen sind in allen von Bergleuten stärker be—
wohnten Orten des preußischen Saargebietes eingerichtet und die jugendlichen Berg—
leute von 14218 Jahren zu ihrem Besuch verpflichtet. Schon im vorigen Jahr—
hundert wurden sie als Sonntagsschulen vom Saarbrücker Knappschaftsverein ge—
gründet und unterhalten. Diese wurden dann 1869 vom preußischen Bergfiskus
übernommen, weiter ausgebaut und allmählich in Werktagsschulen mit 4 — 6 Wo—
chenstunden umgewandelt. Der Unterricht wird an 2.Tagen Nachmittags erteilt
und erstreckt sich auf Deutsch, Rechnen und Berufskunde. Bis zum Jahre 19720 bil—
deten die Reunkircher Werkschulen ein System das 1 Hilfsklasse, 2 dritten Klassen
und je 1 zweiten und 1. Klasse. Da die französische Bergverwaltung werkschulpflich—
tige Leute nur noch in sehr beschränktem Maße angelegt, besteht die Neunkircher
Werkschule heute nur noch aus zwei Klassen mit 40-650 Schülern.
D. Die Wohlfjahrtsschulen.
Als besondere Wohlfahrtseinrichtungen hat die preußische Bergverwaltung
schon vor Jahrzehnten in den größeren Bergmannsorten Industrie- und Kleinkin—
derschulen eingerichtet. So gibt es auch in Neunkirchen (in der Talstraße) eine In—
dustrieschule, in der schulentlassene junge Töchter der Angestellten und Arbeiter von
einer beruflich ausgebildeten Lehrerin Unterricht in Handarbeit und Hauswirtschaft
erhalten. In demselben Gebäude ist eine Kleinkinderschule mit 2 Klassen mit zu—
sammen 40 50 Kindern unter 2 Kindergärtnerinnen untergebracht.