Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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einer großen Kommission ein. Diese Kommission hat in ihrer ersten Sitzung
nach einem Referate des Verfassers dieser Uebersicht einstimmig die gesetzliche
Einführung der Berufsschulpflicht im Saargebiet verlangt für alle Jugend—
lichen unter 18 Jahren. In drei Lesungen wurde ein diesbezüglicher Gesetz—
entwurf fertiggestellt. Widrige Umstände haben die Vorlage eines ent—
sprechenden Gesetzes bis jetzt verhindert, trotzdem die Gründe, die auch sonst
zur gesetzlichen Regelung führten, bessere berufliche Ausbildung und Mit—
wirkung an der Erziehung, heute viel gewichtiger sind als je. Alle die Ein—
sicht haben in die Bedürfnisse des Gewerbes und in die Not der Jugend in
unserer Zeit, hegen den ernsten, dringenden Wunsch, daß die Regierungs—
kommission den längst versprochenen Gesetzentwurf endlich zur Vorlage an
den Landesrat bringen wird.
Seit 1921,/22 haben die Fortbildungs- und Berufsschulen eine erneute,
aufsteigende Entwicklung genommen. Die bestehenden Schulen wurden mehr
als früher sachlich gegliedert und der Anfang der Einrichtung von Bezirks—
schulen gemacht. Der Handwerkerstand selber wünscht die Einschulung der
Lehrlinge in Fachklassen. Dies bedingt aber die Zusammenfassung eines
größeren oder kleineren Bezirkes zur Bildung solcher Fachklassen. Besonders
wichtig war die Anstellung von hauptamtlichen, fachlich gut vorgebildeten
Lehrern an den Berufsschulen und den Fachklassen. Weil der Bedarf groß
war, wurde eine Ausbildungsgelegenheit im Saargebiet geschaffen in der
Arbeitsgemeinschaft zur Ausbildung von Gewerbelehrern zu Neunkirchen
unter Leitung des staatlichen Revisors. Direktor Gilla.

Die Hüttenfortbildungsschule.
Von R. Schuch, Leiter und Lehrer a. D.
Aus meiner Festrede, gehalten am 25. 4. 1925 zur 255jährigen Gedenkfeier
unserer Werkschule.

Am 1. Oktober 1871 wurde ich an die Oberklasse der von der Familie
Stumm unterhaltenen Volksschule berufen. In der Erkenntnis, daß diese
Schule nicht ausreichend sei für eine so große Zahl von Arbeitern und auch
mit Rücksicht auf die katholischen Arbeiter entschloß sich der damalige Kom—
merzienrat Stumm, diese Schule im Jahre 1875 aufzulösen. An ihre Stelle
trot nun die Hütten-Fortbildungsschule, mit deren Gründung der gestorbene
Herr sich ein wirkliches Verdienst erworben hat, denn sie war die erste ihrer
Art, nicht allein in unserer engeren Heimat, sondern im ganzen Regierungs—
bezirk Trier. An diese Schule wurde ich nun als Lehrer und Leiter berufen.
Der Unterricht war für alle auf dem Werk beschäftigten Arbeiter von 14
bis 16 Jahren obligatorisch und dauerte somit unter normalen Verhältnissen
2 Jahre. Diese Vergünstigung der 2-jährigen Schulpflicht ist unserer Firma
bis zum vorigen Jahr geblieben und war für unsere Schüler bedeutungsvoll,
veil sie mit dem 16. Jahre in das Verhältnis der aktiven Arbeiter und so—
mit in eine höhere Lohnklasse eintraten.
Neben mir wirkte als 1. Hilfslehrer Herr Rektor Moser an unserer
Schule, der die in den Werkstätten beschäftigten Lehrlinge an zwei Wochen—
tagen in je 3 Stunden unterrichtete. Als im Jahre 1880 die Familie
Stumm ihren Wohnsitz von hier nach Halberg verlegte, wurde der im
Stummschen Hause als Hauslehrer beschäftigte H. Neu frei und trat nun
an Stelle des Herrn H. Moser an unserer Schule ein, ein Mann von außer⸗
            
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