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Lehrer ohne Prüfungen ersetzt worden.
Neben diesen statistischen Angaben mögen noch einige weitere die Volks⸗
schule betreffende Mitteilungen hier Platz finden. Dem Drängen der
Lehrerschaft nach Fachaufsicht Folge gebend wurde von 1900 ab in jedew
System einem Rektor die Leitung übertragen. Ursprünglich sollten nur
solche Lehrer, die die Mittelschule- und Rektorprüfung hintersich hatten, in
dieses Amt berufen werden. Wegen Mangel an Anwärtern wurde jedoch
älteren Lehrern gestattet, ohne Mittelschulprüfung die Rektorprüfung abzu—
legen und dadurch die Anstellungsbefähigung zu erwerben. In Neunkirchen
wurden zunächst Rodermund, Kirsten und Braun, später Zender Reisenthel
und Schäfer angestellt. Ein Teil der Lehrerschaft konnte sich jedoch mit der
Vorgesetzteneigenschaft und der Aufsichtstätigkeit der Rektoren nicht abfin—
den und setzte es durch, daß die vorgeschriebenen Prüfungen abgeschafft und
die Amtsbefugnisse erheblich eingeschränkt wurden; man nannte dies
dollegiale Schulleitung. — Bis zum Abgang des Herrn Pfarrers Dr. Becker
bestand hier noch die geistliche Ortsschulinspektion; dem Nachfolger Herrn Pa⸗
stor Dr. Mönch, z. Zt. Weihbischof in Trier, wurde die Ortsschulaufsicht nicht
mehr übertragen, und sie wurde von den Rektoren ausgeübt. — Neben vie—
len anderen Zumutungen stellte man der Schule auch die Aufgabe, die Kinder
auch in allerlei technischen Fertigkeiten auszubilden. Es wurden Handfertig—
leitsschulen für die Knaben errichtet, worin besonders vorgebildete Lehrer
in Holz-, Draht-, Blech-, Eisen- und Papierarbeiten unterrichteten; fast in
jedem Schulhause sind entsprechende Einrichtungen heute noch im Betrieb.
Die Mädchen lernen stricken, nähen, waschen, kochen, backen und was so zum
Haushalte gehört. Auch Hilfsschulklassen richtete man ein, worin solche Kin—
der, die in den Normalschulen nicht mitkommen, nach Möglichkeit gefördert
werden sollen; Herr Ruffing, der die Gründung besonders betrieb, wandte
sich bald dem besser bezahlten Fortbildungsschulwesen zu. — Eine nicht von
allen Seiten begrüßte Neuerung war die vor wenigen Jahren eingeführte
sogenannte ungeteilte Unterrichtszeit. Die damit verbundene Kürzung der
Unterrichsstunden ist nach dem Urteile vieler Lehrer nicht zum Segen der
Schule ausgeschlagen.
Dieser kurze Abriß darf nicht geschlossen werden, ohne des Herrn Bürger⸗
meisters Ludwig zu gedenken, der der Volksschule stets freundlich gegenüber—
stand und stets bei der Hand war, wenn es galt, sie zu fördern und sie zu
heben. Er hat es zu seinem Teil durchgesetzt, was er früher einmal gelegent—
lich aussprach: „Ich weiß, was ich der Volksschule verdanke“
Die Entwicklung des fortbildungsschulwesens in unserer
Heimat.
Die ältesten im Saargebiet bestehenden Fortbildungsschulen wurden
in den 80er des vorigen Jahrhunderts gegründet als Schulen mit freiwil—
ligem Schulbesuche. Tüchtige, einsichtige Handwerker in Verbindung mit
erfahrenen Lehrern haben vielfach den Anstoß zur Gründung gegeben. Diese
Schulen waren in der Hauptsache Wiederholungsschulen des Volksschulun—⸗
terrichtsstoffes, gewerbliche Anklänge vermittelte ein Lesebuch für gewerb—
liche Fortbildungsschulen. Dieser allgemeine Unterricht wurde bis zum 2.
Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ausschließlich von Volksschullehrern erteilt.