Full text : Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Realgymnasiums zu Neunkirchen-Saar

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tungen getroffen, ebenso von der Bergverwaltung. Hier sei die Förde—
ung des Wohnungsbaues und des Erwerbs eines Eigenheims durch die
Arbeiter erwähnt, ferner die Fürsorge für Kinder und Pensionäre, der
Unterhalt von Kleinkinder-, Handarbeit- und Fortbildungsschulen.
Auch schlossen sich die Einwohner zu gegenseitiger Hilfe zusammen
— so gründete man schon 1874 die Freiwillige Feuerwehr, so arbeitete
schon seit 1870 der Vaterländische Frauenverein, so entstanden Turn—
Gesang- und gesellige Vereine.
So schuf auch echter Bürgersinn die höhere Knabenschule, über deren
Geschichte vor 25 Jahren der Direktor E. Wernike folgendermaßen be—
richtete:

2. Gründung und Entwicklung der Höheren
Knabenschule von 1875- 1900.
Schon eine ganze Reihe von Jahren vor der Errichtung der höheren
Schule machte sich in Neunkirchen das Bedürfnis einer über das Ziel
der Volksschule hinausgehenden Lehranstalt bemerbbar Infolgedessen
taten sich mehrere Eltern, die ihren Kindern eine höhere Schulbildung
zuteil werden lassen wollten, ohne sie schon mit dem 10. Lebensjahre aus
dem Hause zu geben, zusammen und gründeten aus Privatmitteln Ostern 1864
eine sogenannte Familienschule, in der nicht nur Knaben, sondern auch
Mädchen den ersten wissenschaftlichen Unterricht erhielten. Die Leitung
hatte in den Jahren 1864 -æ66 Rektor Karl Uttermann, sodann von
1867—-69 Rektor Otto Aug. Heinr. Mewis; außerdem wirkten an der
kleinen Anstalt als Lehrer Matthias Lang, der im Jahre 1867 durch Joh. Peter
Scharf ersetzt wurde, und als Lehrerin Johanna Morian. Besucht wurde
die Schule durchschnittlich von 44 Knaben und Mädchen. Da aber das
Fortbestehen dieser Privatschule zu wenig gesichert erschien — tatsächlich
ging sie Ostern 1869 ein —, so machte sich alsbald ein lebhaftes Ver—
langen nach einer höheren Gemeindeschule geltend. Auf eine da—
hin zielende Eingabe zahlreicher Bürger erkannte der Gemeinderat in
seiner Sitzung vom 8. Januar 1869 das Bedürfnis einer höheren
Knabenschule mit großer Mehrheit an und beauftragte die Herren Girs—
hausen, Krechel, Leidner und Zimmermann, den Plan zu einer solchen
Schule zu entwerfen und in möglichst kurzer Frist ein Gutachten vorzulegen.
Doch Umstände mancher Art zogen die Angelegenheit in die Länge.
Zunächst stand der damalige königliche Landrat dem Vorhaben keines—
wegs wohlwollend gegenüber, vielmehr „konnte er nicht genug warnen,
auf großartige, weitgehende Projekte sich einzulassen“; sodann lenkten
die kriegerischen Ereignisse der Jahre 1870 und 1871 die Aufmerksamkeit
von diesem Friedenswerke ab, und endlich ließ die finanzielle Lage der
Gemeinde eine so bedeutende Mehrausgabe einstweilen nicht gerechtfer⸗
            
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