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Den Vortheilen stehen nun verschiedene Nachtheile gegenüber, welche der Berieselung anhaften.
In erster Linie sind es die unangenehmen Nebenwirkungen des Spritzwassers auf das Nebengestein,
welche sich vornehmlich bei thonigen. Schichten durch Gebrächwerden des Hangenden und Quellen des
Liegenden geltend machen und in den Strecken die Aufwältigungsarbeiten vermehren. Derartige
Erfahrungen sind namentlich auf den Gruben Camphausen, Kreuzgräben und Maybach gemacht worden.
Die Klagen über die schädliche Thätigkeit des Wassers treten in erhöhtem Maße bei Anwendung des
Meißner’schen Verfahrens auf, weil bei ihm das Wasser unter dem Leitungsdruck auf die Nebenschichten
ainwirkt. Aus diesem Grunde mußte auf Kreuzgräben an zahlreichen Punkten von der Verwendung
jenes Verfahrens Abstand genommen werden. Ferner erhalten durch das Netzen die Kohlen aus Flötzen
mit vielen Bergemitteln besonders im Sommer bei starker Abtrocknung eine unansehnliche graue Farbe,
ndem alle Einlagerungen und Verunreinigungen sichtbar werden. Im Winter frieren die genetzten
Kohlen in den Eisenbahnwagen zusammen. Beide Umstände geben zu zahlreichen Beschwerden der
Verbraucher Anlaß. Fine durch die Nässe an den Betriebspunkten hervorgerufene Schädigung der
tesundheit der Arbeiter ist zwar noch nicht hervorgetreten, doch sind einzelne Klagen über die Nässe
auf der Sohle bei niedrigen Flötzen, in welchen in liegender Haltung gearbeitet werden muß, laut
zeworden. Schließlich darf nicht übersehen werden, daß die Unterhaltung der Berieselungsvorrichtung
zumal in druckhaften Gruben, wie König, Dudweiler, große Aufwendungen an Kosten und Mühe erfordert,
und es außerordentlich schwierig ist, die Spritzwasserleitung in den Abbau-Oertern und -Strecken
in gutem betriebsfähigem Zustande zu erhalten.
Zweifellos aber sind die Vortheile der Netzung so groß, daß die geschilderten Nachtheile
lagegen zurücktreten.
B, Mafsregeln zur gefahrlosen Ausübung, zur Einschränkung oder zur Ersetzung der
Schiefsarbeit.
Während die vorbeschriebenen Einrichtungen den Zweck haben, eine Ansammlung trockenen
Kohlenstaubes zu verhindern oder unschädlich zu machen, wollen die nachstehend geschilderten Maßregeln
die Gefahr einer Entzündung von Schlagwettern und von etwa vorhandenem trockenen Kohlenstaub
vermindern.
Schon zu Anfang der 80er Jahre war man durch eine Reihe von Unfällen und durch Versuche
auf die Gefahren aufmerksam gemacht worden, welche die Schießarbeit mit dem damals allgemein
zebräuchlichen Schwarzpulver in Grubenbetrieben mit trockenem Kohlenstaub hatte. Die weiteren Erfahrungen
ließen bald keinen Zweifel mehr darüber, daß die Schießarbeit in trockenen Grubenräumen
mit Kohlenstaubführung auch bei Abwesenheit explodirbarer Schlagwettergemische, unter Umständen
zogar bei völliger Abwesenheit von Schlagwettern gefährlich ist und eine in ihren Wirkungen häufig
rzerderblichere Explosion hervorrufen kann als das Schießen bei alleiniger Gegenwart von Schlagwettern,
daß aber die Gefahr erhöht wird. wenn Kohlenstaub und explodirbare Schlagwettergemische
zusammen auftreten.
Diese Erfahrungen haben Veranlassung gegeben, auf den Saargruben überall da, wo es nothwendig
oder auch nur zweckmäßig erschien, die Schießarbeit nach Möglichkeit zu beschränken oder in
vefahrloser Weise auszuüben.
I, Geschichtliche Entwickelung.
Auch zu diesen Maßnahmen hat das Unglück auf Grube Camphausen den ersten Anstoß
zegeben. Die Schutzmaßregeln, welche je nach Lage der Verhältnisse auf den einzelnen Gruben verschieden
waren und von Fall zu Fall zur Durchführung kamen, bestanden im Allgemeinen in
l. der Untersagung der Schießarbeit überhaupt,
2. dem Verbot oder der Beschränkung gewisser Sprengstoffe,
3. der Einführung der Sicherheitszündune,