Full text : Die Einrichtungen zur Unschädlichmachung des Kohlenstaubes und zur gefahrlosen Ausübung oder Ersetzung der Schiessarbeit auf den fiscalischen Steinkohlenbergwerken im Saarreviere

M

Dudvweiler als solche mit starkem «Gebirgsdruck *) und
König als eine Grube mit ganz besonders starkem Gebirgsdruck
zu bezeichnen ist.
Der Druck in den Bremsbergen und Abbaustrecken verschlingt eben die meisten Ausgaben für
Löhne und Material. Die Ein- und Ausbau- sowie Reparatur-Kosten vertheilen sich auf die letzteren
naturgemäß in sehr verschiedenem Maße und unterscheiden sich zum Theil, wie in König, um
das Vierfache. ;
Von Interesse sind auch folgende für Grube Dudweiler geltende Zahlen.
Die Kosten betrugen in M. für
1891/92 1892/93 1898/94 1894/95
neue Rohrleitungen . WR 7. 22949 35 8783 17 637 15911
Renaratır 11 475 10.707 R 667 10 656

IV. Allgemeine Darstellung der Vor- und Nachtheile der Befeuchtung.
_ Die vorbeschriebene systematische Anfeuchtung des Kohlenstaubes zu seiner Unschädlichmachung
ist auf den Saargruben als zweckmäßig anerkannt worden und von guten Erfolgen begleitet gewesen.
Im Allgemeinen kann man sagen, wo unter strenger Controle zuverlässige Leute mit der
Verwendung der vorhandenen Einrichtungen betraut sind und sie häufig genug benutzen, sind Ansammlungen
 gefährlichen Kohlenstaubes, selbst in Camphausen und Kreuzgräben, wo früher der Staub
besonders stark auftrat, nicht mehr zu finden. Wo die Bedingungen einer ausgiebigen Staubnetzung
erfüllt sind, ist in erster Linie die Gefahr der reinen Kohlenstaubexplosion beseitigt und sind die
Wirkungen einer Schlagwetterexplosion gemildert, indem diese nicht mehr in dem Kohlenstaub eine
Stütze und einen Träger für die weitere Ausdehnung findet. Durch die Möglichkeit, den gefährlichen
Kohlenstaub unschädlich zu machen, wird die Wiederanwendung der Schießarbeit, welche Gegenstand
des folgenden Abschnittes sein wird, unter Umständen auch an solchen Punkten wieder statthaft, wo
früher das Vorhandensein des Staubes das Schießen unbedingt untersagte. Damit wird der Abbau
mancher Flötze erleichtert und verbilligt oder überhaupt erst wieder möglich gemacht.
Noch andere Vortheile führt die Netzung mit sich. ‚Die umfassenden Spritzungen bewirken
im Allgemeinen ein Zurückgehen der Temperatur in der Grube, erfrischen die Luft, unterstützen den
Wetterzug und erhöhen dadurch die Leistungsfähigkeit des Arbeiters**). Ueberhaupt werden durch Bezeitigung
 des Staubes die Arbeitsbedingungen verbessert, ein Erfolg, der sich bis auf die Rätteranlage
hin erstreckt. Es sei hier nur berührt, daß insbesondere der Entstehung der sog. „Kohlenlunge“ vorgebeugt
 wird, Durch Niederschlagen des Staubes wird weiterhin das früher sehr lästig empfundene
Verstauben der Lampe (namentlich des Cylinders) verringert, ihre Leuchtkraft dadurch erhöht, was
wiederum in Gemeinschaft mit der staubfreieren, klareren Luft eine Verminderung der Unfälle
durch Steinfall z. B. zur Folge haben kann. Zahlenmäßig lassen sich diese Vortheile natürlich nicht
nachweisen.
Durch die Spritzleitung werden endlich noch Nebenvortheile geboten, insofern durch Spritzen
mit Schlauch, Aufstellung von Brausen, Wassergebläsen die Möglichkeit gegeben ist, die Wetterführung
an einzelnen Punkten schnell zu verbessern und kleine Schlagwetteransammlungen zu beseitigen. Desgleichen
 kann die Ausnutzung des Spritzwassers zu Betriebszwecken — Ventilatoren. Förderhaspeln,
Pumnen — unter Umständen sehr werthrvoll sein.

*) Die Betriebskosten in Dudweiler würden bei der 60000 m langen Leitung noch größer sein, wenn nicht
bei dem ausgedehnten Felde große Rohrlängen in Querschlägen und Hauptförderstrecken lägen, wo der herrschende
Gebirgsdruck sich weniger bemerkbar macht.
**) Bezüglich der Temperaturerniedrigung vergl. Riedel, Die künstliche Benetzung auf der Königlichen Steinkohlengrube
 Camphausen bei Saarbrücken, vergl. Zeitschrift für Bere-. Hütten- und Salinen-Wesen im Preußischen
Staate BA. XXXVIIL. S. 395.
            
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