Full text : Die Einrichtungen zur Unschädlichmachung des Kohlenstaubes und zur gefahrlosen Ausübung oder Ersetzung der Schiessarbeit auf den fiscalischen Steinkohlenbergwerken im Saarreviere

Anzahl
der
Arbeiter

Auf ] Arbeiter kommen
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Ärube

Aufsichtsbeamte

ı Wettersteiger
1 Maschinensteiger
1 Maschinensteiger
1 Wettersteiger
f1 Steiger *)
118 Aufseher |
Das Nachlegen der Leitung in den Arbeiten selbst liegt in Camphausen, Kreuzgräben und
König auch jenen besonderen Arbeitern, auf den beiden anderen Gruben den Kameradschaften ob. Im
Allgemeinen wird das Nachlegen der Röhren in den Abbaustrecken besser der Kameradschaft überlassen,
 weil diese dann für Fehler in der Leitung unmittelbar verantwortlich gemacht werden kann und.
mit der Leitung vertraut, eher im Stande ist, vorkommende Mängel selbst zu beseitigen.
Für die Benetzung an den Betriebspunkten haben die einzelnen Kameradschaften und allgemein
der betreffende Abtheilungssteiger Sorge zu tragen. Das Befeuchten der Strecken hat in Camphausen,
Kreuzgräben und König in erster Linie gleichfalls der Abtheilungssteiger zu beaufsichtigen und zu leiten,
dagegen ist in Maybach das Naßhalten der Hauptstreceken und in Dudweiler das Spritzen in sämmtlichen
 Strecken dem Wettersteiger unterstellt.
Für die Verwendung der Spritzwasserleitung sind grundlegend die Bestimmungen der Bergpolizeiverordnung
 für den Betrieb der Gruben mit gefährlichem Kohlenstaub
 im Bezirke der Königlichen Bergwerksdirection zu Saarbrücken vom
2. April 1892. (Anlage 6.) |
Auf einzelnen Gruben, wie Dudweiler, Camphausen, Kreuzgräben, ist der Betrieb der Leitung
noch durch besondere Vorschriften (vergl. Anlage 8) geregelt.

Dudweiler .
Camphausen . . 0
Kreuzgräben . , . ® 4 ®
Maybach .
König

b) Verwendung der Spritzeinrichtung, Beschreibung der heute angewandten Befeuchtungsmethoden,
l. Verhinderung jeder Staubbildung durch das Meißnersche Verfahren
der Einspritzung in den Kohlenstoß, sogenanntes Stoßtränken.
Das „Stoßtränken“. besteht darin, daß meist in der der Abkohlung vorausgehenden Schicht je
nach den örtlichen Verhältnissen 1 bis 3 Löcher 1m tief in den Stoß gebohrt werden. In diese wird
je ein Holzpfropf, welcher ein eisernes Speiserohr von 13 mm lichter Weite umschließt, eingetrieben.
Etwaige Undichtigkeiten werden mit Letten, Schram u. s. w. verstopft, und die Speiserohre unter sich
und mit der Wasserleitung durch Schläuche, die sogen. Eintränkschläuche, verbunden. Vor dem Abfahren
 öffnet nun die Belegschaft, zumeist die Mittagsschicht, das Wasserdruckventil, so daß das Druckwasser
 durch das Speiserohr in die Bohrlöcher eintreten und sich von hier aus durch die Schlechten
und Ablösungen in dem feststehenden Stoß vertheilen kann. Die Zeit bis zum Beginn der Frühschicht,
also 8 Stunden, genügt im Allgemeinen, um die Kohle soweit zu durchfeuchten, daß bei ihrem Hereingewinnen
 eine Staubentwickelung nicht mehr stattfindet.
Dieses, wie schon oben bemerkt, von Meißner angegebene und zuerst im Jahre 1890 auf Grube
Camphausen angewandte Verfahren **) hat sich an geeigneten Punkten vortrefflich bewährt. Es erzielt
namentlich bei weicher, lockerer Kohle einen durchschlagenden Erfolg. Dagegen muß dort, wo das
Liegende zum Aufblähen, Quellen u. s. w. geneigt ist, mit großer Vorsicht gearbeitet werden. Auch

*) Dem Steiger in König sind 8 Aufseher beigegeben, weil er auch die Aufsicht über die gesammte Wasser-Motoren-Wirthschaft
 zu führen hat.
**) Vergl. Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Preußischen Staate Bd. XXXVII, 5. 358 ff.
            
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