Den auf den Gruben gewählten Abmessungen der Rohrnetze, welche in der Anlage 1 zusammengestellt
sind, liegen zwei Typen zu Grunde.
Der erste Typus, durch Dudweiler, Camphausen, Kreuzgräben und Maybach vertreten, bezweckt
nur die Benetzung des Kohlenstaubes und verzichtet im Wesentlichen darauf, den Wasserdruck als Betriebskraft
für Motoren zu benutzen. Die Rohrleitungen dieser Gruben zeigen im Allgemeinen folgende Maße:
im Schacht . . 0.0.0.0. 000.0. 40. 4.4 41. + 100 umd 80 mm innerer Durchmesser.
in Querschlägen und Hauptgrundstrecken . . .. 80 3
. Bremsschächten und Theilstrecken . . R ” » .
„ Abbaustrecken 2. 0.000 13—26 ” - ,
Die Grube Kreuzgräben hat mit Rücksicht auf Motorenbetrieb einem Theil der Hauntleitung
die größere Dimension von 150 mm gegeben.
Der andere Typus findet sich auf König. Diese Grube hat, als sie vor die Frage gestellt
wurde, entweder ihr Preßluft- oder Druckwasser-Netz den Betriebsbedürfnissen entsprechend zu erweitern,
den Hauptwerth auf die Erweiterung des Druckwasser-Netzes gelegt und bei seiner Bemessung
auf eine ausgedehntere Verwendung von Betriebswasser für Förder-, Wasserhebungs-, Bewetterungs-Zwecke
Rücksicht genommen. Sie ist dabei zu erheblich höheren Rohrdimensionen gekommen und besitzt
an Leitungen von über 80 mm lichter Weite:
110 m Leitung im Schacht von ?90 mm
75
260
en
ne
255
855
0255 m *%)
Die Rohrabmessungen und deren Vertheilung auf den einzelnen Gruben, vergleiche Anlage 1,
sind demnach außerordentlich verschieden und richten sich in der Hauptsache nach dem Bedarfe an
Wasser, dem Zwecke der Leitung — zur Beschaffung von Spritzwasser allein oder auch von Betriebswasser
— sowie nach dem jeweiligen, von den Grubenverhältnissen abhängenden Druckabfalle. Die
Leitung muß derartig vorgesehen werden, daß bei einer Vergrößerung der Anlage die Wassergeschwindigkeit
in den Röhren 1 m nicht übersteigt. Sie kann im Allgemeinen von Vornherein nicht groß genug
angelegt werden. So haben die Rohrnetze in Dudweiler und Camphausen wiederholt eine Verstärkung
arfahren müssen, so daß die Gesammtanlagekosten sehr hoch geworden sind.
Röhren. — Die Röhren größerer Abmessungen sind aus Guß- oder Schmiede-Eisen. Während
z. B. Grube Maybach zur Schachtleitung gußeisernes Material gewählt hat, weil es weniger unter der
Einwirkung des Grubenwassers leidet, sind in Dudweiler die gußeisernen Einfallrohre durch schmiedeaiserne
ersetzt, weil jene nicht genügende Betriebssicherheit boten. Im Allgemeinen, namentlich bei
ıohem Druck, wird man, wie auch auf den anderen Gruben geschehen, schon wegen der kurzen Bau-‚änge
und der Schwere der gußeisernen Rohre das schmiedeeiserne oder Stahl-Rohr vorziehen. Welche
Sorte gewählt wird, ist lediglich Preisfrage. Die Preise finden sich in der umstehenden Tabelle
zusammengestellt, Man ersieht daraus, daß die Mannesmannrohre bei geringerem Durchmesser theuerer,
nei größerer Weite aber billiger sind. als z. B. Thvssen’sche Röhren.
A.
*) Die Röhren von 13 mm werden in Zukunft nicht mehr eingebaut. so daß 20 mm der kleinste Durchmesser
sein wird.
**) Gegenwärtig sind auf Grube König 4 Wasserhaspel, 9 Wasserventilatoren und 64 Wasserstrahlapparate
ur Bewetterung in Betrieb. Wie bereits in der Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinen-Wesen im Preußischen
Staate 1895 S. 282 ff. angegeben ist, bewähren sich die größeren Rohrabmessungen wirthschaftlich sehr gut.
Annderdruck aus der Zeitschr. £_ Bere-. Hütten- nun. Salinan-Wesen. XLV