Full text : Die Einrichtungen zur Unschädlichmachung des Kohlenstaubes und zur gefahrlosen Ausübung oder Ersetzung der Schiessarbeit auf den fiscalischen Steinkohlenbergwerken im Saarreviere

Die Grube Maybach (Taf. II, Fig. 1 und 2) baut auf 6 Flötzen in einem Felde von 2800 m
streichender und 1000 m querschlägiger Ausdehnung. Unter der Wettersohle liegt als Hauptfördersohle
die Mittelsohle. Die Vorrichtung der nächst tieferen Sohle hat erst begonnen. Die Spritzleitung schließt
sich an die Maybach-Schächte an, welche ungefähr in der Mitte des Feldes stehen. Die unterirdische
Belegschaft beläuft sich auf 1700 Mann, in der Frühschicht 1200, bei einer Tagesförderung von 17759 t.
Von den in Bau befindlichen 17 Flötzen der Grube König (Taf. III, Fig. 2 und 3)
endlich kommen für die Kohlenstaubnetzung nur 5 Flötze, die 3 hangenden (Carlowitz, Thiele, Borstel)
und 2 der mittleren (Gneisenau, Blücher) in Frage. Das von diesen eingenommene Feld ist etwa
1300 m im Streichen und 900 m querschlägig lang. Die im Liegenden dieses Feldestheiles stehenden
Wilhelmschächte sind der Ausgangspunkt dar Spritzwasserleitung. Die Baue auf jenen Flötzen befinden
sich in der III, IV. und V. Tiefbausohle. Die Tagesförderung der ganzen Grube beträgt bei einer
Belegschaft unter Tage von 1430 Mann, davon 850 in der Frühschicht, 1400 t. Hiervon entfallen
510 + oder 37 pCt. mit 640 Mann Belegschaft auf das mit Spritzleitung versehene Feld.
Die zur Befeuchtung vorhandenen Einrichtungen sind trotz örtlicher Verschiedenheiten auf
den einzelnen Gruben im Allgemeinen dieselben.

2. Beschaffung des Spritzwassers.
Als Spritzwasser wird regelmäßig das Grubenwasser verwandt, welches entweder auf einer
oberen Sohle in einem besonderen Bassin oder einer Sumpfstrecke gesammelt, oder unmittelbar aus dem
Steigrohre der Wasserhaltung entnommen wird. An den Wasserbehälter oder das Steigrohr schließt
sich die saigere Leitung im Schachte bis zu den einzelnen Bausohlen an. Die Figuren 3 bis 7 auf
Tafel IT zeigen die Leitungsanschlüsse auf den verschiedenen Gruben.
In Camphausen und Kreuzgräben bildet eine ausgemauerte Sumpfstrecke, welche in Camphausen
auf der Wettersohle, in Kreuzgräben in einem noch höheren Niveau liegt, das 500 bezw. 930 cbm fassende
Bassin. Auf Kreuzgräben ist die Spritzleitung außerdem auch an die in die Sumpfstrecke ausgießende Steigleitung
 angeschlossen, welche in diesem Falle gleichzeitig als saigere Spritzleitung im Schachte ausgenutzt
wird. Der in Maybach benutzte Wasserbehälter ist durch Abdämmung einer besonderen, vom Schachte
aus aufgefahrenen Strecke von 60 m Länge und einem Fassungsraum von 320 cbm gebildet. Die Netzwasser
 der Grube König werden zum Theil aus der Sumpfstrecke, zum Theil aus der Steigleitung
entnommen. Dudweiler allein führt für die Leitung Tagewasser in die Grube ein und hat die Leitung
an 2 die Wasser aufnehmende Wasserkästen angeschlossen.
Eine besondere Reinigung der Wasser, welche früher
bei der umfangreichen Verwendung von Brausen und Strahlrohren
sich als nothwendig erwies, findet heute nur mehr in Dudweileı
and Maybach statt. Die durch einen Schlammkasten geleiteten
Wasser der ersteren Grube durchlaufen unter Tage noch einen
dicht mit Faschinen ausgefüllten Klärkasten. Grube Maybach
hat in dem Behälter den in Fig, 1 gezeichneten Siebkasten zur
Säuberung des Wassers angebracht.
Eine gewisse Reinigung besteht auch in Camphausen
und Kreuzgräben darin, daß die den Wasserhaltungsmaschinen zugehenden Grubenwasser bereits 2
bis 4 Klärsümpfe durchflossen haben *). Zur genauen Messung des verbrauchten Wassers sind auf den
Gruben Maybach und König Wassermesser vor der Tieitung eingeschaltet **). Bei Bezug des Wassers

*) Ein in Camphausen in Betrieb gewesener Filterkasten von 45 Platten mit zwischem gelegten Tuch hat
sich nicht bewährt, da er zu oft durch die Grubenwasser zerstört wurde.
**) In Maybach: Wassermesser der Firma Drever. Rosenkranz und Droop in Hannover mit Turbinengangwerk.
            
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