‚eichend. Von einer Nässung der Abbaustrecken außer vor Ort sah man als zu weitgehend ab, da
ine dort entstehende Explosion auf nasse Theile vor Ort und im Bremsschachte treffen und ihr Ende
änden mußte. Endlich hielt man die Befeuchtung solcher Baue für nothwendig, welche die Verbindung
einer Bauabtheilung mit einer neben-, ober- oder unterhalb liegenden Abtheilung herstellten,
begnügte sich aber hier mit zonenweiser Benetzung.
II. Beschreibung der jetzigen Einrichtungen auf den einzelnen Gruben.
1. Allgemeines.
Die in Folgendem enthaltenen Angaben beziehen sich auf den Stand der Gruben im Sommer
1896. Um ein Verständniß für den Umfang der Spritzleitung auf den 5 Gruben, für die verschiedenartigen
Verhältnisse, welche die Anlage, Unterhaltung und Handhabung der Leitung beeinflußt haben,
zu ermöglichen, sind die nachstehenden kurzen Erläuterungen erforderlich. Es wird dabei auf die
in den Tafeln I, II und III, Fig. 1, 2 und 3 beigefügten Uebersichtskarten der Gruben hingewiesen,
‚on welchen die beiden Risse der Grube Maybach ein vollständiges Bild des Grubengebäudes mit der
Spritzleitung geben, die übrigen nur einen Ueberblick über die Ausdehnung der Grube und des Rohrı1etzes
verschaffen sollen.
Die 5 Gruben bauen sämmtlich auf der liegenden, der Fettkohlen - Gruppe des Saarbrücker
Steinkohlenbeckens, deren Flötze ein nach der Teufe zu abnehmendes Einfallen von 30 bis 109° haben.
[m Gegensatz zu den älteren Gruben Dudweiler und König, in deren Feldern die Flötze zu Tage
ıusgehen, bauen die streichend aneinander stoßenden Gruben Camphausen, Kreuzgräben und Maybach
lieselben Flötze in einer größeren Teufe ab. Und zwar bilden die beiden ersteren die directe Fortsetzung
der Grube Dudweiler nach der Teufe. Auf den tieferen Gruben sind von den 24 bauwürdigen
Tlötzen erst die 6 hangendsten Flötze aufgeschlossen.
Das Dudweiler Feld (Taf. I, Fig. 1) ist in seiner ganzen Ausdehnung in Bau begriffen.
Durch querschlägig verlaufende größere Sprünge wird es in 4 Baufelder gegliedert, von welchen das
vestlichste noch über der III. Sohle Abbau aufweist. Im Uebrigen ist diese Sohle Wettersohle, die IV.
lie Hauptfördersohle und die V. die in rascher Entwickelung begriffene tiefste Fördersohle. Die in der
Mitte des Feldes liegenden Skalley-Schächte und der Mittelschacht bilden den Ausgangspunkt der
Spritzleitung. Das Grubenfeld ist 3,3 km streichend und 2 km querschlägig lang. Auf diese Fläche
zon etwa 6600000 am ist der Betrieb vertheilt. Die Tagesförderung beträgt 2100 t, die unterirdische
Belegschaft 2540 Mann und in der Frühschicht allein 1100. In Folge des geringen nur 540 m be-;ragenden
Gebirgsmittels, in welches die 24 in Bau genommenen Flötze eingelagert sind, herrschen
iußerst ungünstige Druckverhältnisse , welche durch den früher geübten Abbau ohne Rergeversatz verschärft
wurden.
Die Grube Camphausen (Taf. I, Fig. 2) hat 4 Flötze auf der I., der Hauptfördersohle,
und der II., der Vorrichtungssohle, in Betrieb genommen. Ueber diesen Sohlen liegt die Wettersohle.
Querschlägige Sprünge theilen das Feld, welches streichend 2200 m und querschlägig 1100 m
Länge besitzt, in 3 Baufelder. Die Rohrleitung geht aus von den in der Mitte des Feldes stehenden
Jamphausen-Schächten. Die unterirdische Belegschaft beträgt 1250, in der Frühschicht 490 Mann.
ınd die tägliche Förderung 1200 t.
Grube Kreuzgräben (Taf. III, Fig. 1) baut ebenfalls auf 4 Flötzen und hat unterhalb
ler Wettersohle die Hauptförderung auf der I. Sohle und die II. Sohle in Vorrichtung. Ihr durch querschlägige
Sprünge gleichfalls in 3 Baufelder getheiltes Feld hat eine streichende Länge von 1500 m und
ine querschlägige Erstreckung von 700 m. Die im Mittelfelde gelegenen Kreuzgräben-Schächte bilden
den Ausgangspunkt des Rohrnetzes, Bei einer unterirdischen Belegschaft von 890 Mann, in der Frühschicht
400. werden täglich 850 t gefördert.