Full text : Die Einrichtungen zur Unschädlichmachung des Kohlenstaubes und zur gefahrlosen Ausübung oder Ersetzung der Schiessarbeit auf den fiscalischen Steinkohlenbergwerken im Saarreviere

derselben Ventile in die Wasserleitung und begann damit, die Strecken nach Bedarf mittelst Schlauches
ınd Strahlrohres abzuspritzen.
Der Umstand, daß da, wo die Kohlenstöße sich unter starkem Druck befanden, die äußere
Besprengung, auch wenn sie reichlich erfolgte, doch nicht genügte, um die bei der Hereingewinnung
der Kohlen immer wieder aufs Neue sich entwickelnden Staubmengen unschädlich zu machen und
deren Ablagerung an entfernten Stellen zu verhüten, gab im Jahre 1890 dem damaligen Berginspector
der Grube Camphausen, Meißner, Anlaß zur Einführung des weiter unten beschriebenen Verfahrens
les Einspritzens von Druckwasser in den Kohlenstoß, das gegenwärtig noch ausgedehnte Anwen-Jung
 findet.
Aehnlich wie in Camphausen ging auch die Entwickelung auf den übrigen Gruben vor sich.
In Kreuzgräben wurden die ersten Einrichtungen im Jahre 1887 geschaffen, die ersten Rohre
gleich .nach dem Unglück 1888 eingebaut. Auf dieser Grube ist der Wasserwagen in besonders ausgiebigem
 Maße benutzt worden, da anfangs das Rohrnetz nur zu den gefährdeteren Feldestheilen geführt
 wurde und daher nicht alle Strecken berührte.
Die Grube Dudweiler, welche bis 1890 mit Grube Camphausen unter gemeinschaftlicher
Verwaltung stand, war erst im März 1888 durch das massenhafte Auftreten von Kohlenstaub in einem
Flötz (Nr. 10) zur Anlage einer Spritzwasserleitung veranlaßt worden. Gegen 1890 hatte die Abaahme
 des Wassers in größerer Teufe — offenbar eine Folge des mehr und mehr angewandten Abbaues
 mit Bergeversatz, wodurch die Wasser in höheren Sohlen zurückgehalten wurden, sowie der auf
las doppelte gesteigerten Wettermenge — ein erheblich stärkeres Auftreten des Kohlenstaubes hervorzerufen,
 so daß schon in wenigen ‚Jahren das Rohrnetz in der ganzen Grube gelegt werden mußte
Brausen wurden nur ganz vorübergehend verwandt.
Auf Grube Maybach stellte man zunächst im Jahre 1886 Wasserbehälter her, aus denen
mit Gießkannen die Arbeiten vor Ort genetzt wurden. 1888 wurde mit dem Einbau einer Spritzleitung
 sofort in großem Maßstabe begonnen.
Auf Grube König wurde schon bald nach dem Camphausener Unglück mit der Bekämpfung
des Kohlenstaubes namentlich auf den 3 hangenden Flötzen Carlowitz, Thiele und Borstel begonnen.
Man baute sofort ein bis zu den Betriebspunkten sich verzweigendes Rohrnetz ein und netzte vor Ort
nit Schlauch und Brause.
Bei Beurtheilung der vorgeschilderten Entwickelung darf nicht vergessen werden, daß von
Anfang an das Wasserrohrnetz als die zweckmäßigste Einrichtung zur Vernichtung des Kohlenstaubes
arkannt worden war, daß aber einmal der Mangel an ausreichendem Wasser die Anlegung aufhielt
and auf der anderen Seite auch der Einbau einer so umfangreichen und kostspieligen Anlage doch
immer längerer Zeit zur Vollendung bedurfte. So wurden, wie schon angedeutet, die Einrichtungen
„ur Kohlenstaubnetzung in Camphausen 1890 fast mit einem Schlage zur heutigen Entwickelung gebracht,
 als nach Anlage der nothwendigen Wasserhaltungsmaschinen bedeutende Wassermengen zur Verfügung
 standen.
Bei Einbau des Rohrnetzes waren schon damals für Art und Umfang der Netzung ungefähr
dieselben, nachstehend kurz zusammengefaßte Gesichtspunkte leitend, wie sie heute noch maßgebend
sind. Als Schwerpunkt galt im Allgemeinen die Unschädlichmachung des Kohlenstaubes dort, wo er
n seiner Hauptmasse entsteht, in den Abbau- und Vorrichtungs-Arbeiten. Da ferner der feine Kohlenstaub
 beim Hereingewinnen der Kohle vom Wetterstrom in die Wetterstrecken mitgeführt wurde, so
3ah man die Netzung auch dieser, wenigstens in so weit vor, als sie regelmäßig befahren wurden.
Weil außerdem damit zu rechnen war, daß die Leitung versagte oder die Arbeiter nicht spritzten, so
laß trockener Kohlenstaub in die Förderwagen und aus diesen in die Abbaustrecken, Bremsberge und
Förderstrecken gelangte, so wurde die Naßhaltufnig aller in Betrieb befindlichen Hauptbremsberge,
zumal diese erfahrungsmäßig zur Weitertragung der Explosionen besonders geeignet sind, in Aussicht
zenommen. In den Förderstrecken erachtete man die Netzung auf bestimmte Abschnitte für aus-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.