Am 24. Vendémiaire XIII (16. October 1804) — B. S. 26 — theilte der Saar⸗
präfect Keppler dies Decret mit allen Anlagen dem Unterpräfecten mit und veranlaßte die Besitz⸗
anweisung der Hospital-Verwaltungs-Commission in die überwiesenen Güter. Am 9. Brumaire XIII
(31. October 1804) — B. S. 27 — nahm letztere in Gegenwart des Domainen⸗Einnehmers
Albert Besitz von den gedachten Hospitalgütern.
Die endgültige Bestätigung der vorläufigen Ersatzüberweisung erfolgte durch Gesetz vom
7. September 1807, veröffentlicht im Gesetzesbulletin 4. Serie tom. VIl Nr. 173 des Gesetz⸗
registers Nr. 2923, S. 29.
„Loi qui envoie plusieurs hospices et établissements de charité en POsssSeSsSion
délfinitive des biens désignés aux états de concessions provisoires anuexés au déoret du ler jour
ꝛomplémentaire an XIII; le tout à titre de remplacement des biens et capitanx dont ils ont
perdu la jonissance par l'effet de la loi du s 28 Messidor an Il sanf néanmoius la distraction
Jes objets qui ne se tronvent plus disponibles.
Ges hospices sont 200 Ceux de Bern-Castel, de Sarrebourg, de Biwer. de Prèves. de
Zarrebrnek, de Prüm et de Leiwen GSarre).“
Angesichts aller dieser amtlichen Actenstücke, einschließlich des kaiserlichen Decrets vom
22. Pructidor XII und des Gesetzes vom 7. September 1807, wird die Annahme des Herrn
Regierungs⸗Präsidenten von Heppe, das Saarbrücker Hospital sei unter der französischen Herrschaft
Als eine Stiftung conservirt worden, um so weniger als zutreffend erachtet werden können, als
rur die der örtlichen Armenpflege der Cantone Municipien) dienenden
hdospitäler und Wohlthätigkeitsanstalten unter die Art. 5 u. ff. des Vendemiär—⸗
Besetzes vom J. Vfielen und wir selbst in unserer Nähe eine wirkliche, vom Gouvernement aufrecht
erhaltene Stiftung, die Pondation bénévole d'Arnoual, besitzen. Nirgends ist in den Hospital—
Doͤcumenten das Saarbrücker Hospital auch nur einmal als eine Pondation bezeichnet worden.
Z. 5. Die Gründung und Errxichtung des BGrdukenhospitals für die
gtadtgemeinde Fugrbrücken
durch das kaiserliche Decret vom 9. Ottober 1804 im Hause der Grüfin Daun.
Mit der erwähnten Ausstattung des ohne Anstalts⸗Gebäude gebliebenen Armen-Hospitals
der Gemeinde Saarbrücken-St. Johann mit Staatsgut, dessen jährliche Revenüen ungefähr 2300
Franks betrugen, war dem Bedürfniß der Stadtgemeinde nicht genügt. Der nur mit Zustimmung
des gesetzgebenden Körpers durch ein Gesetz ausführbare Verkauf eines Theiles dieser Güter war
zeitraubend und schon deßhalb nicht möglich, weil die endgültige Zuweisung der gedachten Güter durch
das Corps Legislative uüberhaupt erst eine Verfügung über dieselben zuließ, abgesehen davon, daß
durch diese Vermögens-Veräußerung der geringe Revenüenertrag um so viel verringert wurde. Die
Stadt Saarbrücken benutzte deßhalb die Gelegenheit, um bei der Anwesenheit Napoleons im Saar⸗
departement, bezw. in Trier während des 6.—9. October 1804 den Weg des Immediatsgesuchs
an das Staatsoberhaupt zu versuchen. Das Gesuch der Deputirten der Stadt Saarbrücken bezweckte
bom Kaiser die Zuweisung des Hauses der Gräfin Daun, Schwester des vorletzten Fürsten Wilh.
HZeinrich — das J. B. Müller'sche Haus an der Ecke der Wilhelm⸗ und Eisenbahnstraße gegen⸗
über der altkatholischen Kirche — zur Errichtung eines Krankenhospitals (hospice civil de
malades et d'indigents) zu erbitten. Napoleon gewährte der Stadt ihre Bitte und unter⸗
zeichnete vor seiner Abreise nach Luxemburg am 9. Oktober 1804 das bezügliche Deeret, gleich⸗
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