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Frucht und Brennholz, die vom verstaatlichten Kapitel St. Arnual bei Saarbrücken jährlich geliefert
werden mußten. Gegen 1770 wurde das Hospitalgebäude, weil es zu klein geworden, verkauft
und die Kapitalien wurden zum größten Theil zum Bau eines neuen, eben so groß als prächtigen
Anstaltsgebäudes auf dem schönen Kirchenplatz am Ende der Stadt verwendet. Der Landesherr
hewilligte alles Bauholz unentgeltlich und vermehrte das Hospitaleinkommen durch Ueberweisung
von Dispensations-Gebühren, Immobiliarsteigpreis- und Erbschaftsstempel, Geldbußen und aus dem
Domanial-Kohlenbergwerk von Rußhütte, eine Stunde von Saarbrücken, ein Jahresquantum von
3938 Myriagrammes (800 Zentner) gegen Zahlung der Selbstaewinnungskosten und des Fuhr—
lohns durch das Hospital.
Dies Hospiz stand unter der Oberleitung des Consistoriums, und das in demselben
errichtete Zuchthaus unter der der fürstlichen Regierung; ihnen war eine Verwaltungs-Commission
von 3 Mitgliedern, ein Einnehmer, Secretär, sowie ein Vorsteher oder Oekonom unterstellt.
In dem Hospiz selbst wurden nur Kranke und Irre aufgenommen und um den fast
unvermeidlichen Mißbräuchen zu begegnen, die einc eigene Bewirthschaftung in diesen Anstalten mit
sich bringt, gewährte das Hospital denselben nur Wohnung, Heizung, Schuhwerk, Kleidung, Arznei
und Brod und bezahlte die ärztliche und wundärztliche Pflege. Für die Kost, abgesehen vom
Brod, war mit dem Oekonom ein wöchentlicher Beköstigungspreis sowohl für die Altersschwachen
als auch ein besonderer für die eigentlichen Kranken vereinbart. Die Kinder wurden bei Private
entweder in der Stadt oder auf dem Lande in Kost gethan bis zum 15. Lebensjahr, von wo ab
die Jungen und Mädchen sich ihren Ledensunterhalt selbst verdienen mußten, es sei denn, daß
erstere auf Kosten des Spitals in die Lehre kamen.
Ueberdies gewährte diese Anstalt noch Armenpflege in der Privatbehausung.
Unabhängig von den Hospitalfonds, vermachten vom Jahre 1745 bis 1787 Testatoren
im Ganzen den Betrag von 23 261 Fr. 92 C., der zinsbar angelegt wurde, über den der Hospital—
Rechner bisher eine besondere Rechnung am Schluß der Hospitalrechnung legte, da nach dem
Willen der Testirenden der Genuß derselben den verschämten Armen der Stadt und der Ortschaften
gehörte, theilweise mit besonderer Anweisung Seitens der Testatoren. Aus dem nämlichen Grunde
verfügte das Consistorium selbst nur über einen mäßigen Theil der Zinsen, während der größte
Theil durch den Einnehmer jährlich den Geistlichen ausgehändigt wurde, um ihn unter die ihnen
am besten bekannten verschämten Kranken und Armen zu vertheilen. Ueber die betreffende Ver—
wendung legten sie jährlich in Gegenwart der Kirchenschöffen Rechnung, die dann der Genehmigung
des Consistoriums unterbreitet wurde, und die Hospital-Commission hat nach der Aufhebung des
Consistoriums bis jetzt die Verwaltung desselben ebenso gehandhabt.
Seit dem Jahr 1793 hat der Krieg dieser blühenden Anstalt verderbliche Schläge ver—
setzt. Das Gebäude wurde anfangs zu einem Militärlazareth verwendet, die Armen wurden mit
großen Kosten in einer Miethwohnung untergebracht und unterhalten, die beträchtlichen Einnahmen
an Dispensations-Gebühren u. s. w. hörten mit der Neuordnung der Dinge für immer auf und
die Frucht-, Holz- und Kohlenlieferung wurde wenigstens bis jetzt gleichfalls aufgehoben trotz des
Verlangens der gegenwärtigen Commission; die Schuldner konnten oder wollten die Zinsen nicht
mehr zahlen, von denen die jährlichen Rentenzieler zum Theil uneintreibbar wurden. Dadurch,
daß die Mitglieder des Consistoriums mit den Ausgaben für die Armen fortfuhren, während fast
die ganze Einnahme aufhörte, sahen sich dieselben 1797 gezwungen, nachdem sie die Kasse mit
mehr als 24000 Fr. Schulden belastet hatten, den größten Theil der Armen zu entlassen und
die Ausgabe mit der Einnahme in Einklang zu bringen. In dieser Lage der Dinge wurde die
gegenwärtige Verwaltungs-Commission ernannt und sie bemühte sich zunächst von den vormaligen
Mitgliedern des Consistoriums die Rechnungen des Hospital-Einnehmers, die seit dem Jahre 1792