Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

An einem Bremshebel a (Fig. 6) ist eine mit Kröpfungen versehene Stange b ange—
bracht. Die Schachtthüre ist mit einem Ansatz c (Fig. 5) versehen. Dieser läßt, weil eine
Seitendrehung derselben durch die Stange bbegrenzt ist, ein Offnen der Thüre nur dann
zu, wenn eine der Kröpfungen sich in der Höhe des Ansatzes befindet, sodaß der Ansatz in
die Kröpfung hineintreten kann. Die Stange b muß also zum Öffnen einer Thüre gehoben
werden; damit nun jedesmal nur eine Thüre auf den verschiedenen Anschlagepunkte, also
diejenige Thüre, wo das Fördergerippe bedient werden soll, geöffnet werden kann, sind die
Kröpfungen in verschiedener Höhe für jede Thüre eingestellt worden, sodaß die Stange b
für jeden Anschlagspunkt bis zu einem besonderen bestimmten Punkt gehoben werden muß.
Das Anheben der Stange b geschieht durch den Bremser gleichzeitig mit dem Heben des
Bremshebels durch den Handgriff x (Fig. 6). Ist dieser Griff bis zu dem Punkte 217
Fig. 6) gehoben, so ist die Bremse geschlossen worden. Um nun ein weiteres Heben des
Bremshebels und mit ihm der Stange b zu ermöglichen, ist auf der Achse des Hebels eine
Kuppelmuffe m (Fig. 5) angebracht, die dem Bremshebel eine weitere freie Drehung auf
der Achse nach oben gestattet. Somit kann der Bremser nach Festlegung der Bremse den
Hebel vom Punkte 211 bis zu 21 bis zu allen für die verschiedenen Anschlagepunkte fest—
zelegten Zwischenstellungen heben und dadurch jedesmal durch Gegenüberstellung der Kröpfung
der Stange und des Thüransatzes das ffnen der betreffenden Thüre ermöglichen.
Die Thüre kann also nicht geöffnet werden, bevor der Bremser die Bremse geschlossen
hat, das Fördergerippe an dem gewünschten Platze angelangt ist und der Bremser die
richtige Einstellung der Stange bebewirkt hat.
Andererseits kann aber auch der Bremser die Bremse nicht eher wieder in Thätigkeit
setzen, bis die Thüre geschlossen ist, weil der Ansatz der geöffneten Thüre in der Kröpfung
ich befindet und so ein Sinken der Stange verhindert, was eine Feststellung des Brems—
werkes bedingt. Das Gewicht ge(Fig. 6) dient zur Ausgleichung des Gewichts der Stange b.
Bei doppeltrümmigen Bremsschächten ist es gut, für das zweite Trumm eine gekröpfte
Begenstange anzubringen, die der Stange b das Gleichgewicht hält. Wenn ein Trumm
zum Aufschieben von zwei Seiten eingerichtet ist, so kommt man doch mit einer Stange b
aus, weil die zwei Thüren, die dann vorhanden sein müssen, auf einfache Weise zwangs—
cäufig miteinander verbunden werden können.
Die Stange b (Fig. 7) besteht zunächst aus dem mit der Kröpfung versehenen schmiede—
eisernen Stückex von rechteckigem Querschnitt, das sich mit geringem Spielraum 'in den an
dem Schachtholz befestigten Lagern g nach oben und unten verschieben läßt, aber durch seinen
rechteckigen Querschnitt eine seitliche Drehung der ganzen Stange b verhindert. Mit diesem
Stückex sind die Zwischenstücke aus Rundeisen geringerer Dimensionen mittelst Scheeren p
und einem Gewindeteil verbunden. Die Gewindeverbindung hat den Zweck, bei der Montage
die Kröpfungen geuau einstellen zu können. Die Gelenkverbindungen der Scheeren geben
der Stange b eine gewisse Gelenkigkeit, sodaß bei Verschiebungen im Ausbau Klemmungen
und Brüche vermieden werden.
Bei geneigten Schächten ist der Verschluß in ganz ähnlicher Weise einzubauen, nur
muß die Stange b auf Rollen liegen oder in den Vendelstützen aufgehänat sein, um ein
Durchbiegen zu verhindern.
Am Fuße der Bremsberge sind Schutzbühnen aus starken Stempeln herzustellen
»der Umbruchsörter zu treiben, damit der Betrieb in der Grundstrecke ein ungestörter ist.
Hier sei die fliegende Seilbahn vor dem Arbeitsstoß, wie sie im Bergrevier
Aachen mehrfach in Verwendung steht, erwähnt (Bl. 46, Fig. 9 u. 10). Es wird dadurch
das Werfen der Kohlen mit der Schaufel bis zur Förderstrecke ersetzt. An den oberen
            
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