Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

auf niedrigen Rädern mit schmaler Spur oder ein Rädergestell, auf das man leicht trans—
portable Eisenstangen nebeneinander legt, die mittelst eiserner, an den Enden miteinander
herschraubter Querstangen festgehalten werden; diese Gegengewichte sind leicht auseinander
zu nehmen und ihr Gewicht ist leicht zu reguliren.
Auf Grube Von der Heydt war bisher ein Gegengewicht mit festen Achsen und
auf diesen drehbaren Rädern in Anwendung. Da bei dieser Anordnung nur eine mangel—
jafte Schmierung möglich ist, war die Abnutzung der Achsen und Räder und der Verbrauch
in Schmiermaterial sehr groß. Das nunmehr eingeführte Gegengewicht (Bl. 46, Fig. 1)
besteht aus einem gußeisernen Unterteil a, zwei schmiedeeisernen runden Achsen b und zwei
Förderwaßenschmierbüchsen e, die zur Aufnahme bezw. Verlagerung der Achsen dienen. Zur
Befestigung der Räder d sind an beiden Enden der Achsen Nuten quer in dieselben einge—
jobelt, die zur Aufnahme der Schließkeile s dienen und das Drehen der Räder auf den Achsen
elbst verhindern, wodurch sich die Achsen in der Schmierbüchse drehen müssen. Zur Füllung
»erselben werden an den vorstehenden Stutzen, die zur Aufnahme der Verschlußschraube
ienen, schmiedeeiserne Röhren ksangeschraubt, welche durch die Seitenwände des Gegen⸗
zewichtes durchgehen und das Füllen der Büchsen durch Handspritzen ermöglichen. Die Trage⸗
rollen g bestehen aus einem schmiedeeisernen Rohre von 500 mmm Länge und 100 mm äußerem
Durchmesser. An den beiden Enden der Rohre sind gußeißerne Naben eingesetzt, die zur
Aufnahme der Achsen, sowie zum Verschluß der Rohre dienen. Die Achsen werden in dem
zußeisernen Unterteile verlagert und gegen.seitliche Verschiebung durch zwei Splinte gesichert.
Um das häöäufige Entgleisen der ein- oder zweiteiligen Gegengewichte zu vermeiden,
wurde auf Grube König ein vierteiliges Gegengewicht eingeführt (Bl. 46, Fig. 224).
Sehr kräftige Verbindungsstücke gestatten ein Nachgeben und ein Anschmiegen bei jeder
Biegung des Schienengeleises.

b. Mit unterlaufendem Gewichte.
Man kann als Maschine zwar den Rundbaum anwenden, zweckmäßiger jedoch ist
eine Scheibe oder Rolle mit horizontaler Achse, in der Saigerebene stehend, von welcher
»ben das Seilende für den Wagen oder das Gestell, unten für das Gegengewicht abgeht,
vobei man das Rutschen des Seiles durch mehrfaches Umschlingen vermeiden könnte;
icherer besteht die Konstruktion aus zwei schmalen Scheiben von großem Durchmesser
genommen, zwischen denen die Bremsscheibe liegt. Das Gegengewicht erhält schmälere
Spur, als der Wagen oder das Gestell. Das Gestänge für das Gegengewicht liegt ent—
weder so tief, daß dieses ganz unterhalb des Wagengestänges läuft, was bei mächtigen
Lagerstätten nicht schwierig ist und bei weniger mächtigen durch Einhauen einer Rinne in
das Liegende erreicht wird, oder beide Gestänge liegen in derselben Höhe, das für das
Gegengewicht innerhalb des Gestänges für das Gestell oder die Räder des letzteren sind so
hoch, daß das Gegengewicht durchlaufen kann.

3. Saigere Bremsberge.

Sie haben im allgemeinen die Einrichtung der Förderschächte mit Förderkörben, sodaß
auf deren Beschreibung weiter unten verwiesen werden kann. Über den Schächten sind
Bremsscheiben angebracht, deren Durchmesser entweder der Entferuung der Schachtmitten
entspricht oder größer als diese, in welchem Falle die Seile durch Leitscheiben in die Mitte
der Trumme geführt werden. Sie können natürlich ein⸗ und zweitrümmig eingerichtet
werden.
            
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