Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

da, wo der Querschlag das Flötz anfährt, angesetzt und mit 40 20 diagonal 420 m auf—
gehauen. Die diagonale Richtung wurde gewählt, um einerseits mit der Anschlagebühne in
der Teilungssohle möglichst weit in's Feld zu kommen und um andererseits genügende
Länge für Einstellung einer größeren Anzahl von Wagen in zweckmäßigen Abständen bezw.
überschüssige Kraft zur selbstthätigen Bewegung der Förderung durch den 500 m langen
Querschlag zu erhalten. Die Einrichtung der Kettenförderung ist aus Blatt 45 ersichtlich.
Die Bewegung wird durch eine über der Teilungssohle aufgestellte horizontale Brems⸗
cheibe übertragen, bei welcher die Kette nur ein halb mal umgelegt ist. Um ein Rutschen
der Kette zu verhüten, wurde das Holzfutter der Scheibe mit einer Rille versehen, die so
ief eingedreht ist, daß die jeweilig horizontal liegenden Glieder der Kette das Tiefste der
Rille nicht berühren. Die Glieder der Kette haben eine Stärke von 20 mm, sind 104 mm
lang und 64 mm breit, der Meter wiegt 8 kg. Der üÜbergang des Bremsberges in den
Querschlag wird durch eine Kurve von 690 mit 8 m Radius hergestellt, und die Kurven—
cheiben sind da, wo die Mittellinie des Querschlages die Grundstrecke trifft, entsprechend
herlagert. Die Bewegung der Förderwagen durch die Kurve geschieht selbstthätig über
schiefe Ebenen. Auf dieselbe Weise wird auch der Zulauf der vollen und der Ablauf der
leeren Wagen am Schachtfüllorte bewerkstelligt. Die Spannscheibe ist etwa 50 m vom
Ensdorfer Schachte entfernt in der Mitte des Querschlages so hoch verlagert, daß die
eladenen und leeren Förderwagen darunter herlaufen. Zum Anhängen der Förderwagen
werden die üblichen eisernen, jauf dem vorderen Kopfende des Wagens aufzusteckenden
GBabeln benutzt. Die Wagen werden in Abständen von 16 m im Bremsberg eingestoßen
und es kann noch die Förderung aus der X. Tiefbausohle nach Bedarf nach jedem 3. oder
4. Wagen eingeschoben werden. Durch diese Einrichtung wurde es ermöglicht, daß ein
Förderquantum von 800 bis 900 t von der Teilungssohle über die X. Tiefbausohle nach
dem Ensdorfer Schachte in J Stunden bewegt und die Länge der Pferdeförderung in der
Teilungssohle um 400 m, in der X. Tiefbausohle um 500 m verkürzt werden konnte.

2. Eintrümmige Bremsberge.
Sie werden entweder mit nebenlaufendem oder unterhalb des Fördergefäßes laufendem
Gegengewichte eingerichtet. Bei der ersteren Einrichtung kann nur von einer Seite ange—
ichlagen werden, nur bei starkem Fallen und wenn das Seil des Gegengewichtes den Rund—
zaum oder die Trommel unterhalb verläßt und daher nahe am Liegenden sich befindet,
kann man allenfalls auch von dieser Seite her anschlagen. Wenn das Gegengewicht unter
dem Förderwagen läuft, ist das Anschlagen von beiden Seiten unbehindert. In Bezug auf
das Anschlagen aus verschiedenen Sohlen sind beide Arten von Bremsbergen gleich vorteil—
haft und unbeschränkt. Aus jedem doppeltrümmigen Bremsberge kann man, sofern das
Finfallen es gestattet, einen eintrümmigen Bremsberg mit nebenlaufendem Gegengewichte
jerstellen, indem man den einen leeren Wagen so belastet, daß er imstande ist, den andern
n Bewegung zu setzen.

a. Mit uebenlaufendem Gewichte.
Als Bremsmaschine dient entweder eine in der Einfallebene verlagerte Scheibe von
inem Durchmesser, der gleich ist der Entfernung der beiden Geleisemitten, oder ein im
Streichen aufgestellter Rundbaum mit zwei festen Seilfächern, wobei das Gegengewicht oft
einen geringeren Hebelarm, also Seilfach mit kleinerem Durchmesser erhält, um an Raum
zu sparen und beim Reißen des Seiles gesicherter zu sein; das Verhältnis der Seilfach—
zurchmesser ist daun etwa 2:3. Das Gegengewicht ist ein mit Gußstücken belasteter Wagen
            
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