2,5 m Geschwindigkeit pro Sekunde. Mit dem Lokomotivbetrieb ist hier gleichzeitig unter—
rdische Beleuchtung verbunden, wobei ie drei 110-voltige Glühlampen hintereinander
jeschaltet sind.
Die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Berlin baut nach Bl. 41, Fig. 1
Grubenlokomotiven, bei denen die Bewegung des Elektromotors durch ein Kegelräderpaar
auf die eine Laufachse und von dieser durch Kurbelbetrieb auf die zweite Laufachse über—
ragen wird. Die Stromzuführung erfolgt durch Kontaktoren mit Rollen.
b. Akkumulator-Lokomotiven.
Dieselben bestehen aus der eigentlichen Lokomotive und einem Tender, der die
Akkumulatoren enthält. In letzteren ist die Elektrizität aufgespeichert, und die Strom—
uleitung in der Strecke fällt daher fort.
Mit derartigen Lokomotiven sind auf der Zeche Bonifacius bei Kray eingehende
Versuche gemacht worden, die jedoch nicht zu einer Einführung der Lokomotive führten, da
ich die Förderkosten nicht geringer als bei Pferdeförderung ergaben.
Dagegen wurde Ende 1892 eine von der Firma Schuckert ausgeführte Gruben—
okomotive in Betrieb genommen, deren Motor durch eine auf der Maschine selbst unter—
jebrachte Akkumulatorenbatterie gespeist wird. Die Lokomotive besteht aus zwei getrennten
Teilen, dem eigentlichen Motorwagen und dem Akkumulatorkasten, welch' letzteren man nach
Bedarf durch einen anderen Kasten ersetzen kann. Auf dem aus Schmiedeeisen konstruirten
Motorwagen befindet sich ein vierpferdiger Hauptstrommotor, dessen Kohlenbürsten so ange—
ordnet sind, daß der Motor ohne Bürstenverstellung vor- und rückwärts laufen kann. Zur
übertragung der Kraft von der Motorwelle auf die Radachsen dienen zwei Friktionsräder.
Die Akkumulatorenbatterie besteht aus 40 Zellen, System Tudor von der Hagener
Akkumulatorenfabrik. Bei voller Fahrt sind die 40 Zellen in einer Reihe hintereinander,
ʒei halber Fahrt in zwei Gruppen parallel geschaltet. Die symmetrisch gebaute Lokomotive
zesitzt an jedem Ende einen Sitz für den Führer, so daß dieser stets am hinteren Ende
itzend über die Lokomotive hinwegsehend den Zug beobachten kann. An jedem Führerstand
jefinden sich die nöthigen Schaltapparate und eine sicher wirkende Fußbremse. Durch diese
Anordnung ist zugleich ein Drehen der Lokomotive unnötig gemacht. Als Signal dient eine
im Führerstand angebrachte Glocke. Die Lokomotive ist 2,50 m lang, 1,15 m hoch und
viegt 1800 kg. Sie kann bequem in den Strecken fahren und auf dem Förderkorb unter⸗
zebracht werden. Zu einem ununterbrochenen Betrieb gehören zwei Akkumulatorenbatterien,
von denen die eine geladen wird während die andere den Betrieb unterhält. Die voll—
tändige Ladung erfordert 5 Stunden. und eine geladene Batterie reicht bei stetem Betrieb
3 bis 8 Stunden aus. Die Lokomotive dient vorläufig zur Förderung von Bergewagen
nach der Halde auf 350 m Entfernung. Ein Zug besteht aus 10 Wagen, die bei voller
Fahrt mit 2,5 m, bei halber Fahrt mit 1,25 mm Geschwindigkeit pro Sekunde bewegt werden.
Das Profil der verwendeten Schienen ist ein bedeutend stärkeres als das der gewöhnlichen
Brubenschienen.
Vorstehend beschriebene Lokomotive ist jetzt durch eine anders konstruirte ersetzt, bei
velcher die Akkumulatorenbatterie in einem eigenen als Tender angehängten Wagen unter—
zebracht ist, wodurch die Maschine selbst zugänglicher und die ganze Anordnung wesentlich
»ereinfacht wird. Radachsen und Motorwelle sind mit Ringschmierung versehen. Die
Drehrichtung des Motors kann ohne Bürstenverstellung beliebig geändert werden. Die
Magnetwickelung des als Hauptstrommaschine gebauten Motors ist in Abteilungen zerlegt,
durch deren verschiedenartige Schaltung die Geschwindigkeit reguliert wird. An jedem Ende