Schienenprofil umso kräftiger sein muß, je größer der Raddruck, die Fahrgeschwindigkeit
and die Benutzung der Bahn ist. Das Schienenprofil soll keine zu große Höhe, dagegen
aber genügend kräftigen Steg und im Interesse der Standfestigkeit und Druckverteilung
Jenügend breiten Fuß haben. Die Schienenstöße sind schwebend zwischen zwei Schwellen
anzuordnen; in Kurven ist die Spurweite zu vergrößern. Zwischen Gegenkurven ist eine
Gerade von mindestens 11/, Achsenentfernung einzuschalten; zwischen Kurven gleichen Sinnes
iber von verschiedenem Radius soll ein allmählicher Übergang stattfinden.
Die Kraftstation (Primäranlage) elektrischer Bahnen muß infolge der stark wech—
selnden Belastung besonders kräftig gebaut sein und exakt wirkende Regulirungsmechanismen
»esitzen. Man verwendet deshalb als Stromerzeuger meistens Verbunddynamos; jedoch
zeben auch größere Nebenschlußmaschinen genügend konstante Spannung.
Die zum Antrieb der Stromerzeuger dienenden Dampfmaschinen sind meist zwei—
cylindrige Verbundmaschinen, die einfach und schnell auf gleiche Tourenzahl reguliren müssen,
was durch schnelllaufende Regulatoren, leicht beeinflußte Steuerungen und wirksame Schwunq⸗
räder erreicht wird.
a. Lokomotiven mit äußerer oder direkter Stromzuführung.
Bei diesem System wird der von der Primärmaschine erzeugte Strom durch zwei
solirte Speiseleitungen bis zur Bahnstrecke und von hier aus dem Lokomotivmotor entweder
zurch die Fahrschienen oder durch zwei über der Bahn angeordnete Kontaktleitungen zugeführt
der man benutzt nur eine über der Geleismitte ausgespannte Kontaktleitung zur Zuführung
»es Stromes und als Rückleitung die Fahrschienen. Die Benutzung der Schienen zur
Stromleitung ist zwar die einfachste und billigste, zugleich aber auch die am wenigsten
zeeignete Methode. Durch die bei Grubenbahnen meist vorhandene Feuchtigkeit werden dem
Strome Nebenwege zwischen den Schienenleitungen verschafft, was bei längeren Strecken
olche Verluste herbeiführt, daß ein rationeller Betrieb unmöglich ist. Zudem hindert der
in den Schienen haftende feuchte Schmutz den guten Kontakt zwischen Schienen und Strom—
ibnehmer.
Von der Kontaktleitung aus wird der Strom durch an ihr entlang gleitende Kontakt⸗
chlitten, Bügel oder -Rollen dem Elektromotor zugeführt. Die Union-Elektrizitäts-Gesell—
chaft in Berlin verwendet bei ihren Normal-Grubenlokomotiven (Bl. 39) einen frei beweg—
ichen, nach oben federnden Arm, bestehend aus einem leichten konischen Stahlrohr, welches
am oberen Ende eine Kontaktrolle trägt (Trolley⸗System). Durch ein am Fuße des
Stahlrohres angeordnetes Federwerk wird die Rolle mit stets gleichbleibender Kraft von
anten gegen die Kontaktleitung gedrückt, auch wenn örtliche Verhältnisse eine tiefere Lage
der letzteren erfordern. Der durch die Rolle vermittelnde Kontakt gewährt dem Strom bei
hestmöglichster Schonung der Leitung reichliche Übergangsfläche. Es ist hierbei nur eine Zu⸗
eitung vorhanden und die Rückleitung erfolgt durch die Schienen. Wendet man zwei Kontakt⸗
rähte an, so benutzt man entweder zwei Kontaktarme oder einen Kontaktarm mit zwei Rollen.
Der Kontaktdraht (Arbeitsdraht, Fahrdraht) besteht aus gut leitendem Material von
joher Zerreißfestigkeit (hart gezogenem Kupferdraht oder Siliciumbroncedraht).
Elektrische Grubenbahn im Oppelschachte des Königlichen Steinkohlen—
bergwerks zu Zaukerode. — Die erste elektrische Grubenbahn der Welt wurde von
der Firma Siemens u. Halske-Berlin im Herbst 1882 im Oppelschachte genannten
Bergwerks für einen 17650 m langen, 220 mm unter Tage liegenden Querschlag ausgeführt
Bl. 40). Sie fährt zweigeleisig auf der die Wasserseige W überspannenden Gewölbemauer
entlang. Der Betriebsstrom wird von einer über Tage stehenden, von einem Dampf⸗