Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

ie Streckenförderungsdynamo angetrieben wird. Der Seilbetrieb kann ausgerückt werden,
ind die Transmissionswelle wird alsdann von einer zweicylindrigen Dampfmaschine (D —
300 mm, H — 900 mm) bewegt. Die Dynamo ist eine Schuckert⸗sche Flachringmaschine
ind leistet bei 610 Minutenumdrehungen 26,5 Kilowatt (36 Pferdestärken). Die 225 m
ange Fernleitung besteht aus eisenbandarmirtem Schachtkabel mit 19 Kupferdrähten à 1,66 mm
Durchmesser, also 38,2 qmm Querschnitt. Der Elektromotor ist ebenfalls eine Schuckert'⸗
che Flachringmaschine und leistet bei 700 Umdrehungen pro Minute 28 Pferdestärken. Vom
Flektromotor wird die Kraft mittelst Gummiriemens und dreifacher Zahnradübersetzung auf
die Kettentrommel übertragen. Diese hat 2 m Durchmesser und macht pro Minute 10/,
Amdrehungen, so daß die Kettengeschwindigkeit ιοα — etwas über 1mm pro
Sekunde beträgt. Die Kettentrommel ist konisch mit Weißbuchenholz gefüttert; die Kette
»on 20 mm Eisenstärke und 7,68 kg Gewicht pro mist mit 124, Umschlingung um die
Trommel gelegt. Die Spannvorrichtung befindet sich am Antrieb. Die Förderlänge beträgt
330 m, die tägliche Leistung 750 t. Die Förderkosten haben sich bei dieser Anlage zu
5,46 Pf. pro t — 6 Pf. pro tkm ohne Verzinsung und Tilgung ergeben. — Bei der auf
»ieser Grube befindlichen elektrischen Lokomotivförderung betragen die gleichen Kosten 8,56 Pf.
droht, so daß die Kettenförderung um 360, billiger arbeitet, obgleich sie noch nicht voll—
tändig ausgenutzt ist.
Die günstigen Resultate, die mit der vorbeschriebenen Förderung erzielt wurden, waren
Beranlassung, daß auf derselben Grube eine zweite größere Kettenförderung mit elektrischem
Antrieb eingerichtet wurde (Bl. 37 u. 38).
Die Länge der Förderstrecke beträgt von der Antriebstation bis zum J. Anschlags⸗
ounkte 350 m (Bl. 37), vom J. bis zum II. Anschlagspunkt 750 m und von da bis zur End⸗
cheibe 600 m, im ganzen also 1700 m. Die Strecke ist gerade und horizontal, die Gesammt—
örderung beträgt 1000 t in neunstündiger Schicht. Die Wagen mit einem Leergewicht von
150 kg und einer Ladung von 550 kg werden in Abständen von 15 bis 20 m aus den
ei den Anschlagpunten J und II einmündenden Seitenstrecken und am Ende der Hauptstrecke
er 20 mm starken Kette aus Martinstahl zugeführt. Da also nur die ersten 350 m von
»er Gesammtförderung befahren werden, hat man, um nicht stets die ganze Kette betreiben
zu müssen, an den Anschlagpunkten J und II ausschaltbare Antriebe vorgesehen. Die erste
aur auf 350 mm laufende Kette ist am Anschlagspunkt J so oft um die Kettentrommel A
and die Gegenscheibe O gelegt (Bl. 38), daß die Reibung zur Überwindung der Gesammt—
viderstände der weiteren Förderung genügt. Auf der Hauptwelle sitzt deshalb noch eine
weite Kettentrommel B, die durch eine Ausrückkuppelung D mit der Welle in feste Ver⸗
indung gebracht werden kann. Um diese zweite Trommel B und die Gegenscheibe O ist
aie Kette für die zweite Strecke hinreichend oft gelegt und ihr ablaufender Ast um die
ZSpannscheibe E nach der Mitte der leeren Bahn geführt. Am Anschlagpunkte II ist ein
ihnlicher Antrieb vorgesehen. Die am Streckenende liegende Endscheibe ist auf einer Tra—
ersest mit Laufrollen r so gelagert, daß sie sich der durchhangenden Kette entsprechend ein⸗
tellt GBl. 37).
Der Antrieb der Kettenförderung besteht aus einer mit Holz gefütterten Ketten—
rommel T (Bl. 38) von 1600 mm Durchmesser und Gegenscheiben G von 800 min Durch⸗
nesser, welch' letztere dem Rillenabstande der Triebtrommel entsprechend schräg gelagert sind,
o daß die Kette stets in der Mittellinie der Rillen auf- und abläuft.
Als Antriebmaschine dient ein 37,5-pferdiger Drehstrommotor mit Schleifringen (also
ür hohe Anzugskraft), der mit Strom von 500 Volt Spannung gespeist wird. Der Motor
            
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