bahn mit Überbrückung des Grubenbahnhofes Püttlingen noch 100 mubis zur Separations—
inlage Viktoria verlängert. Es ergab sich damit die Gesammtförderlänge von der Louisen—
haler Kanalhalde bis nach Viktoriaschacht zu 4050 m.
Die Hängebank des Josephaschachtes wurde mit dem Stollen durch eine einfallende
Strecke verbunden, in welcher eine Kettenbremse eingerichtet ist.
Zur Verbindung zwischen Kanalhalde und Albertschacht ist eine besondere Ketten—
örderung mit eigener Betriebsmaschine eingerichtet, welche hauptsächlich den vom Viktoria—
chacht kommenden und den auf den Separationsanlagen der Kanalhalde fallenden Gries
zur Koblenwäsche bringt, außerdem aber auch zur Förderung von Waschprodukten nach der
Kanal- und Landhalde dient. Um jederzeit die Förderung je nach Bedarf auf Viktoria—
ind Josephaschacht verteilen zu können, wurde die Kette nicht in einem Stück auf die ganze
Stollenlänge durchgeführt, sondern am Fuß der einfallenden Strecke Josephaschacht geteilt
ind jeder Kette eine besondere Betriebsmaschine gegeben. So ist man in der Lage, entweder
uur vom Josephaschacht oder nur vom Viktoriaschacht oder auch von beiden Anlagen aleich—
eitig zu fördern.
Die Betriebsmaschine vor dem Stollenmundloch zu Louisenthal ist eine liegende
Zwillingsmaschine (D — 390 mm, H — 780 mm,;; sie diente früher zum Betrieb der Seil—
förderung. Die Maschine arbeitet mit Zahnradübertragung auf zwei getrennten Wellen, deren
jede eine dreirillige Triebtrommel von 1,60 m Durchmesser trägt. Jeder Triebtrommel sind
wei auf gemeinschaftlicher Welle sitzende einrillige Leitscheiben vorgelagert, die dem Rillen—
ibstande à der Triebtrommel entsprechend schräg gestellt sind und so die Kette aus der einen
Rille der Hauptscheibe in die andere führen. Die westliche Triebtrommel dient zur Förder—
ung vom Fuß der einfallenden Strecke Josephaschacht bis zum Fuß der einfallenden Strecke
Albertschacht. Von hier aus ist die Kette über Tragerollen an der Firste des Stollens
entlang nach der Maschine geführt. Die östliche Triebtrommel betreibt das Kettenstück vom
Fuß der einfallenden Strecke Albertschacht bis zur Kanalhalde. Erstgenannte Kette hat 20,
letztere 25 mm Eisenstärke. Diese Anordnung war deshalb notwendig, weil die Kettenbahn
unter der Louisenthaler Hauptstraße hindurch und dann auf schiefer Ebene ansteigend bis zu
hrem Endpunkte geführt werden mußte und man ohne Benutzung besonderer Mitnehmer—
zabeln fördern wollte.
Die Kette vom Viktoriaschacht bis zum Fuß der einfallenden Strecke Josephaschacht
besteht ebenfalls aus zwei Stücken; diejenige in der einfallenden Strecke hat 25, die im
Stollen selbst 20 mm Eisenstärke. Die Bewegung wird von der einen Kette auf die andere
dadurch übertragen, daß die bezüglichen Kettenscheiben auf gemeinschaftlicher Welle sitzen.
Die Anlage vermag bei 2mm Fördergeschwindigkeit und 20 m Wagenabstand in der
Stunde abzüglich 10 Minuten Pause 300 Wagen — 150 t zu leisten. Die gesammten
Förderkosten (Löhne der Maschinenwärter, Anschläger, Unterhaltung der Stolienzimmerung
und Geleise, Amortisation der Kette) haben sich bis jetzt zu 4 Pf. pro tkm ergeben, wobei
die Anlage jedoch nicht voll ausgenutzt war.
Elektrisch betriebene Kettenförderung der konsolidirten Paulus- und
Hohenzollern-Gruben bei Beuthen in Oberschlesien. — Diese Anlage war die
erste elektrisch betriebene Kettenförderung in Deutschland und hat von Anfang an ohne jede
erhebliche Störung gearbeitet. Die über Tage gelegene Primärstation enthält eine 140-pferdige
eineylindrige Dampfmaschine, welche jedoch außer der Dynamo für die Kettenförderung noch
zwei weitere von je 20 Pferdestärken für eine unterirdische Lokomotivförderung betreibt. Die
Dampfmaschine wirkt zunächst auf eine Transmissionswelle und von dieser aus durch vier
45 mnm starke Hanfseile auf eine zweite Transmissionswelle, von der aus durch Lederriemen