An der Hängebank führt die Transmissionskette über kräftige, 1 m im Durchmesser
jaltende Rollen Ri Ri (Bl. 33), die auf schmiedeeisernen Trägern verlagert sind. Die Rollen
iind der Abnutzung wegen mit auswechselbarem Eisenfutter versehen. Im Schachte selbst
ind weiter keine Rollen angebracht. An dem Anschlagorte wird die Kette über in ent—
prechender Höhe an den eisernen Schachtstühlen angebrachten Rollen Ru Rur (Bl. 34) zur
Transmissionswelle Wegeführt, umfaßt eine darauf befestigte Briart'sche Klauenscheibe K,
tehrt zum Schachte zurück und läuft über eine horizontal liegende Rolle Ruur zur Spann—
cheibe 8 und sodann über Rolle Riy zu Tage.
Zur Verhütung größerer Betriebsstörungen und zum Schutze des Bedienungspersonals
im Schachte beim Bruche der Transmifsionskette ist eine selbstthätig wirkende Fangvorrichtung
ingebracht, die in folgender Weise wirkt: es wird ein Bruch der Kette voraussichtlich nur
n dem aufwärts gehenden, von der Maschine angezogenen Kettenstücke stattfinden, und zwar
in dem am stärksten belasteten Stücke zwischen der Rolle Re (Bl. 33) und der Kettentrommel
der Maschine. Im Schachte könnte das aufwärts gehende Kettenstück einfach durch eiserne,
im unteren Ende drehbar verlagerte, aufwärts stehende, den Kettengliedern entsprechend
zegabelte Sperrklinken abgefangen werden, die aber stets an der Kette anliegen müßten und
dadurch zu viel Geräusch verursachten und ebenso wie die Kette durch das fortwährende Durch—
iiehen der Kettenglieder dem Verschleiß zu viel unterworfen würden. Um dieses stete Mit—
»ewegen der Sperrklinken zu verhüten, ist in dem Kettenkanale über Tage oberhalb der Welle
ine Welle i (Fig. hLu. 2, Bl. 33) drehbar verlagert, auf welcher einerseits ein Gabelhebelg
zefestigt ist, der eine Tragerolle t faßt, welche auf dem von der Maschine angezogenen
Zettenstücke ihren Stützpunkt hat, andererseits ein Gabelhebel Kuaufgekeilt ist, der während
des ungestörten Betriebes einige Centimeter über dem abwärts gehenden Kettenstücke schwebt.
An dem Gabelhebeleg ist ein Drahtseilchen s befestigt, das über Rollen nach der 10 m unter
der Hängebank im Schachte angebrachten Fangvorrichtung Feführt und dort eine die Kette
lose umfassende Büchse b schwebend hält, an die sich die Sperrklinken un anlegen, ohne die
dette zu berühren. Reißt nun das Kettenstück, so verliert die Rolle t ihre Unterstützung,
ie hängt sich in die senkrechte Lage; damit wird aber auch das Seilchen s und die Büchse b
ingezogen und die Sperrklinken legen sich gegen die Kette und verhindern das Hinabfallen
»erselben. Mit dem Aufstellen der Tragerollent in die senkrechte Lage hat sich auch die
Welle i gedreht und damit der Gabelhebel k, der das abwärts gehende Kettenstück faßt
ind so weit mitgeht, bis er an dem auf der Sohle angebrachten Fangträger y Wider—
ager findet.
Kettenförderung im Veltheimstollen der Grube Gerhard (Bl. 35 u. 36). —
Im Jahre 1890 wurde die seit 1870 im Veltheimstollen der Grube Gerhard betriebene
Förderung mit Seil und Hinterseil durch eine solche mit schwebender Kette ersetzt. Es
jandelte sich hierbei erstens um eine Verbindung der bis dahin lediglich auf Eisenbahnabsatz
angewiesenen Viktoriaschachtanlage mit dem zu Louisenthal gelegenen Wasserabsatzpunkte,
der sog. Saar- oder Kanalhalde. Zweitens sollte der größte Teil der auf der Separations—
inlage Viktoria fallenden Grieskohlen der beim Albertschachte neuerbauten Kohlenwäsche
zugeführt werden und drittens derjenige Teil der Förderung des Josephaschachtes, der bisher
zurch Lokomotiven nach der Kanalhalde gebracht wurde, nunmehr mittelst Kette durch den
Veltheimstollen dahin gelangen und damit der kostspieligere Lokomotivbetrieb eingeschränkt
verden.
Es wurde deshalb der Veltheimstollen, der früher bis zum flachen Heinrichschachte
eine Länge von 2900 mohatte, nach Norden fortgesetzt und durch eine schiefe Ebene in der
Nähe der Viktoriaschächte zu Tage geführt. Vom Stollenmundloch aus ist dann die Förder—